Wald | Weniger Arbeitsplätze in der Walliser Forstwirtschaft

Zehn Prozent weniger Stellen im Forst

Derzeit absolvieren 75 Jugendliche eine Forstwartlehre im Wallis.
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Derzeit absolvieren 75 Jugendliche eine Forstwartlehre im Wallis.
Foto: Walliser Wald

Quelle: 1815.ch 1

Im laufenden Jahr finden deutlich weniger Forstwarte eine Stelle in den Walliser Wäldern. Gründe dafür sind die Wirtschaftslage, die ausländische Konkurrenz und das Loch im kantonalen Portemonnaie.

Eine Umfrage bei Forstbetrieben und privaten Forstunternehmen habe einen voraussichtlichen Rückgang von etwas mehr als 10 Prozent der Arbeitsstellen im Walliser Forstsektor im Jahr 2016 aufgezeigt, schreibt der Verband Walliser Wald in einer Mitteilung. Dieser Verlust an Arbeitsplätzen sei auf die schwierige wirtschaftliche Lage, einer von der ausländischen Konkurrenz geschwächte Holzwertschöpfungskette und der auf Grund der kantonalen Finanzen notwendigen Senkung der Abgeltungen für die Schutzwaldpflege zurückzuführen. In erster Linie handelt es sich dabei um saisonale Stellen, die in diesem Jahr nicht mehr besetzt werden. Der Abbau der Arbeitsplätze ist im Unterwallis prägnanter (13 Prozent) als im Oberwallis (8 Prozent).

Arbeitgeber in den Seitentälern

Die Forstbetriebe und privaten Forstunternehmer beschäftigen im Wallis über 300 Fachleute, von kleinen 4er-Mannschaften bis hin zu großen Equipen mit bis zu zwei Dutzend Leuten. Darüber hinaus bieten sie Arbeit für administratives Personal, für Holztransportunternehmen und andere Dienstleistungsbetriebe. In gewissen Seitentäler gehören die Forstbetriebe zu den wichtigsten Arbeitgebern. Der ehemalige Skirennfahrer und heutige Präsident der Burgerkommission in Bagnes, William Besse, bestätigt die Wichtigkeit des Forsts für die lokale Wirtschaft: «Die Angestellten sind alles Leute aus der Region, die hier leben und ihre Kinder grossziehen». Zudem investiere der Forstsektor stark in die Berufsbildung, heisst es weiter. Er bietet einen Lehrplatz auf vier Arbeitsstellen an.

Wichtige Leistungen im Wald

Die Forstwarte seien dabei nicht nur «Holzfäller»: Sie durchstreifen das ganze Jahr die Wälder und ihre Geländekenntnisse sind bei Naturkatastrophen unabdingbar. Auch in ruhigen Zeiten sind sie, wie Walliser Wald betont, die wachsamen Augen im Gelände. William Besse dazu: «Im Wald hat es viele ehemalige landwirtschaftliche Flächen, die brach liegen. Alte nicht mehr unterhaltene Entwässerungsgräben verstopfen sich. Dank der Beobachtungen der Forstwarte können wir rechtzeitig eingreifen, um Erdrutsche zu verhindern.» Den Wald pflegen, Holz produzieren, die Biodiversität fördern, gegen Naturgefahren schützen, so lauten die vielfältigen Aufgaben, welche die Waldfachleute Tag für Tag für das Wohl aller bewältigen.

pd / pmo

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Kommentare

  • Michael Gerber - 134

    Es wird immer am falschen Ort gespahrt. Zuerst sollte fuer das Wohlergehen unserer Landsleute gesorgt werden. Gerade in Randgebieten ist das sehr wichtig wo solche Arbeitsplaetze existenzwichtig sind.Sollen Staat und Kanton doch ein bisschen weniger fuers Asylwesen ausgeben.Sonst ist es bald mal soweit dass wir die letzten Forstwarte und Landwirte auf dem Ballenberg besichtigen koennen

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