Visp/Agarn | Das Spital Visp soll Gesundheitszentrum werden

CVPO-Grossrat kritisiert Pläne von Kanton und Gemeinde

Benno Meichtry: «Der Spitalkomplex muss an den Meistbietenden veräussert werden.»
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Benno Meichtry: «Der Spitalkomplex muss an den Meistbietenden veräussert werden.»
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Das Spital Visp soll künftig als Gesundheitszentrum genutzt werden. Für CVPO-Grossrat Benno Meichtry der falsche Ansatz.

Gehts nach den Plänen von Kanton und Gemeinde Visp, ist klar: Das Spital Visp soll ab 2025 in ein Zentrum für Langzeitpflege sowie ältere und handicapierte Menschen umgenutzt werden (der «Walliser Bote» berichtete). Der Plan: Der Kanton will den Liegenschaftskomplex an der Terbinerstrasse für zwölf Millionen Franken an die Gemeinde Visp abtreten. Aufgrund einer Machbarkeitsstudie soll der bestehende Komplex in ein Gesundheitszentrum umfunktioniert werden. Kostenpunkt: rund 25 bis 30 Millionen Franken, die neben dem Kaufpreis aufgewendet werden müssen.

«Steuerzahler ist der Geprellte»

Das Vorhaben von Kanton und Gemeinde Visp hat CVPO-Grossrat Benno Meichtry, der erst kürzlich mit seinem Projekt Spitex 365 von sich reden machte, auf den Plan gerufen. Der Grund: Für Meichtry ist das Projekt zu wenig durchdacht. «Einerseits ist es zwar positiv, dass man sich Gedanken über die Nutzung der Räumlichkeiten macht und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat. Andererseits finde ich es bedenklich, wenn der Kanton einen solchen Komplex zu einem Spezialpreis an die öffentliche Hand verkaufen will und nicht an den Meistbietenden. Letztlich ist der Steuerzahler der Geprellte», ärgert sich Meichtry. Auch der Plan, wonach die Liegenschaft in ein Gesundheitszentrum umgebaut werden soll, stösst dem CVPO-Grossrat sauer auf. «Ein Gesundheitszentrum gehört ins Zentrum und nicht in die Peripherie einer Ortschaft», so Meichtry.

«Mehr Fingerspitzengefühl»

«An diesem Standort Wohnungen mit Dienstleistungen einzurichten, ist ein völlig falscher Ansatz», enerviert sich Meichtry. «Ganz einfach darum, weil die Wohnlage am Hang alles andere als ideal ist für eine solche Einrichtung.» Stattdessen sollte sie ins Dorfzentrum verlegt werden, «damit Personen, die gehbehindert und auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und alle Dienstleister in der Nähe haben», sagt Meichtry. Dass der Kanton in diesem Zusammenhang auch noch 75 Langzeitbetten für das geplante Altersheim am heutigen Spitalstandort gesprochen hat, kann Meichtry nicht nachvollziehen. «Während andere Standorte in den Bergregionen keine Betten zugesprochen bekommen, wie das Beispiel ‹Schattubärga› zeigt, werden in Visp, wo es mit dem Paulus- und dem Martinsheim schon zwei Altersheime gibt, einfach nach dem Giesskannenprinzip Pflegebetten vergeben.» Hier müsste man nach Meichtry mehr Fingerspitzengefühl walten lassen und auch die Berggemeinden unterstützen, «damit die betagten Leute in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können». Zudem solle hier auch der Wettbewerb zum Tragen kommen. «Es ist die Aufgabe der Regionalen Langzeitpflegekommission Oberwallis, zusammen mit den Gemeinden auszuarbeiten, wo wie viele Langzeitbetten eingerichtet werden sollen», so Meichtry.

Walter Bellwald

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