Ernährung | Bafu empfiehlt in erster Linie Vegetarisches

Oberwalliser Nationalräte kämpfen gegen «Vegi-Diktat» des Bundes

Der Bund empfiehlt, an Veranstaltungen in erster Linie auf Vegetarisches und Bio zu setzen.
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Der Bund empfiehlt, an Veranstaltungen in erster Linie auf Vegetarisches und Bio zu setzen.
Foto: Alexandr Podvalny/unsplash.com

Quelle: RZ 0

Der Bund empfiehlt, an Veranstaltungen in erster Linie auf vegetarisches Essen aus Bio-Produktion zu setzen. Das finden die Nationalräte Philipp Matthias Bregy und Franz Ruppen fragwürdig.

Wer einen Apéro organisiert oder die Gäste eines Musikfests verpflegen will, der soll gewisse Empfehlungen beachten. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat kürzlich ein neues Merkblatt mit dem Titel «Empfehlungen für genussvolle und umweltfreundliche Verpflegung bei Veranstaltungen» herausgegeben. Darin finden sich verschiedene Tipps, wie der Veranstalter nachhaltig und umweltfreundlich für seine Gäste sorgen kann.

In erster Linie vegetarisch

Die Empfehlungen lesen sich dabei wie ein Einstiegsbuch für angehende Vegetarier. So schreibt das Bafu beispielsweise: «Mindestens zweit Drittel des Buffets setzen sich aus vegetarischen Produkten zusammen» oder «Das Vegetarische ist an erster Stelle platziert». Ausserdem solle man darauf achten, nur Bio-Produkte oder ausschliesslich Bananen mit Max-Havelaar-Label zu verwenden.

Zweifelhafte Empfehlungen

Für CVP-Nationalrat Philipp Matthias Bregy sind diese Empfehlungen diskussions- wenn nicht gar fragwürdig, weshalb er vom Bundesrat eine Stellungnahme verlangt. «In erster Linie stellt sich die Frage, ob ein Bundesamt, in diesem Fall jenes für Umwelt, nichts Besseres zu tun hat, als Empfehlungen für die Zusammenstellung eines Buffets herauszugeben», sagt er. «Zweitens erschliesst es sich mir nicht, wie das Bafu dazu kommt, gewisse Produzenten, im konkreten Fall die Fleischproduzenten, direkt zu benachteiligen.» Die Empfehlungen des Bafu liessen zudem erkennen, dass man hier eine ganz klare Meinung habe, was ein gutes Leben und Verhalten ausmache und was nicht. «Ich finde es falsch, wenn der Staat in alle Lebens­bereiche eingreifen will», betont Bregy. «Ausserdem sind die Empfehlungen intransparent. So wird zum Beispiel nicht klar, warum Labels wie Bio oder Max Havelaar empfohlen werden, andere wie das der integrierten Produktion (IP Suisse) jedoch nicht.»

«Ziel der Vegetarier ist klar»

Auch SVP-Nationalrat Franz Ruppen sind die Empfehlungen des Bafu ein Dorn im Auge. Auch er verlangt vom Bundesrat Antworten in der Angelegenheit. «Erneut muss man feststellen, dass der Bund versucht, das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger in eine ihm genehme Richtung zu lenken.», sagt er. «Eine solche Bevormundung ist ­jedoch abzulehnen.» Die Empfehlungen von heute seien die Gesetze von morgen. Dies zeige sich auch an der Reaktion von Swissveg, der Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in der Schweiz, auf seine Interpellation. «Das Ziel der Vegetarier ist klar», sagt Ruppen. «Es wurde ­öffentlich erklärt, dass man es begrüssen würde, wenn aus dem Gebot eine Verpflichtung würde.» Für das Kantonale Musikfest in Naters kann OK-Präsident Philipp Matthias Bregy die Fleischliebhaber indes beruhigen. «Natürlich werden wir auch Vegetarisches anbieten», sagt er. «Allerdings werden auch alle Freunde des Fleisches wie gewohnt auf ihre Kosten kommen.»

Martin Meul

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