St. Niklaus | Zur Sicherung der medizinischen Versorgung

Zaniglaser holen sich ärztliche Hilfe aus Polen

In St. Niklaus wird schon bald ein polnischer Dorfarzt tätig sein.
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In St. Niklaus wird schon bald ein polnischer Dorfarzt tätig sein.
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Seit Längerem sucht die Gemeinde einen Dorfarzt. Nun scheint man in Osteuropa fündig geworden zu sein. Ein polnischer Arzt übernimmt künftig die medizinische Grundversorgung. Doch ein Haken bleibt.

Wie in manch anderen Regionen auch macht man sich in St. Niklaus schon seit Längerem Gedanken um die Sicherung der medizinischen Grundversorgung. Der Grund: Dorfärzte gehen in Pension und eine Nachfolgeregelung ist oft nicht in Sicht. So geht die Zaniglaser Dorfärztin Dr. Kappler laut Gemeindepräsident Paul Biffiger Ende Jahr in Pension und die Gemeinde sucht deshalb schon seit Längerem nach einer Lösung. So lagen in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Ärztekasse auch schon Pläne für die Einrichtung eines «Xundheitszentrums» auf dem Tisch, welche sich aber zerschlagen haben. Folglich ging die Lösungssuche weiter und man wurde tatsächlich fündig. «Über Beziehungen und Dritte haben wir mit Dr. Marian Kozuchowski einen Arzt aus Polen gefunden, welcher bereit ist, in die bestehende Praxis einzusteigen», sagt Gemeindepräsident Paul Biffiger. Bis es so weit ist, hilft die Gemeinde bei den Vorbereitungen. «Wir kümmern uns um die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung und weitere administrative Aufgaben», so Biffiger. Das Engagement der Gemeinde erfolgt aber nicht rein zufällig.

Problem: Sprachdefizit

Einerseits ist man selbstredend an einer Lösung interessiert und andererseits steht die Sprachbarriere im Weg. «Er verbessert derzeit intensiv sein Deutsch, wobei wir ihm ebenfalls unter die Arme greifen», sagt Biffiger, welcher der Lösung zuversichtlich entgegenblickt. Und bereits jetzt wird kräftig weitergeplant. Mittelfristig könnte nämlich womöglich das besagte «Xundheitszentrum», wenn auch in abgespeckter Form, wieder aktuell werden. Dabei im Fokus: die ehemalige Gemeindekanzlei im alten Dorfteil. «Wenn sich die jetzige Lösung etablieren sollte, könnten diese Räumlichkeiten für eine neue Arztpraxis zur Verfügung stehen», so Biffiger. Damit wird ein regionaler Gedanke verfolgt: Zwischen St. Niklaus und Grächen laufen derzeit Abklärungen für eine allfällige Gemeindefusion. Dabei geht es auch um die medizinische Versorgung der beiden zusammen rund 3700 Einwohner zählenden Dörfer. Denn auch in Grächen gibt es einen Dorfarzt, welcher aber voraussichtlich in fünf Jahren in Pension gehen wird. «Deshalb sind wir auch an einer regionalen Lösung interessiert, wie auch immer diese dann organisiert sein wird», sagt Grächens Gemeindepräsident Christof Biner.

Peter Abgottspon

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