Krawall | Stundenlanger Polizei-Einsatz wegen Vermummten: brennende Autos, Beamte attackiert

Zehn Polizisten bei Krawallen vor der Berner Reitschule verletzt

Vermummte setzen am frühen Sonntagmorgen eine Strassenbarrikade bei der Reitschule in Brand. Als Urheber werden Linksextremisten vermutet. (Archivbild: Linksextremisten legen im März 2016 Feuer bei der Reitschule.)
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Vermummte setzen am frühen Sonntagmorgen eine Strassenbarrikade bei der Reitschule in Brand. Als Urheber werden Linksextremisten vermutet. (Archivbild: Linksextremisten legen im März 2016 Feuer bei der Reitschule.)
Foto: Keystone

Ein stundenlanger Polizei-Einsatz war die Folge. (Archivbild: Linksextremisten legen im März 2016 Feuer bei der Reitschule.)
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Ein stundenlanger Polizei-Einsatz war die Folge. (Archivbild: Linksextremisten legen im März 2016 Feuer bei der Reitschule.)
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Zehn Polizisten sind in der Nacht auf Sonntag bei Krawallen vor der Berner Reitschule verletzt worden. Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) vermutet die "gewaltextremistische linke Szene" als Urheber.

Er sprach am Sonntag von einer "offensichtlich organisierten Gewaltorgie". Zum Glück habe die Polizei elf Personen anhalten können. Wem was vorgeworfen wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Laut Polizei handelt es sich um neun Schweizer, einen Senegalesen und einen Srilanker. Sie sind zwischen 16 und 60 Jahre alt. Sechs von ihnen waren am Sonntag wieder auf freiem Fuss. Fünf weitere waren polizeilich ausgeschrieben.

Nause verurteilte die Krawalle scharf. Er hofft, "dass die Urheber die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen werden".

Während draussen auf der Strasse die Barrikaden brannten, lief der Kulturbetrieb in der Reitschule weiter. Etwa tausend Menschen befanden sich im Innern des Gebäudes. Sie wurden per Twitter aufgerufen, sich deeskalativ zu verhalten.

Nause äusserte sich nicht näher zur Rolle des autonomen Kulturzentrums. "Ich hatte den Eindruck, dass sich die Reitschule in der Geiselhaft von gewaltbereiten, kriminell agierenden Kreisen befindet."

Brennende Barrikaden

Unbekannte hatten kurz nach Mitternacht mehrere Strassenbarrikaden errichtet und in Brand gesetzt. Nebst Holzpaletten und Containern zündeten sie auch mehrere Fahrzeuge an.

Als die Polizei vorrückte, wurde sie nach eigenen Angaben mit Flaschen und Steinen beworfen. Acht Polizisten und zwei Polizistinnen wurden dabei verletzt. Ein Polizist musste ins Spital gebracht werden, ebenso eine Privatperson.

Die Einsatzkräfte seien auch mit Lasern und Feuerwerkskörpern angegriffen worden, schreibt die Polizei. Wegen der massiven Angriffe habe die Feuerwehr die Brände zunächst nicht löschen können. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Angreifer vor. Sie brachte auch einen Wasserwerfer in Stellung.

Drei Autos ausgebrannt

Erst in den frühen Morgenstunden beruhigte sich die Lage. Am Sonntagvormittag kümmerten sich Putzequipen und die Feuerwehr darum, die Spuren der Verwüstung zu beseitigen.

Manche Strassen rund um das Kulturzentrum blieben stundenlang für den motorisierten Verkehr gesperrt. Überreste der Barrikaden lagen am Morgen noch immer auf der Fahrbahn, Rauch lag in der Luft.

Laut Polizei entstand bei den nächtlichen Krawallen ein Sachschaden von mehreren zehntausend Franken. Drei Autos brannten vollständig aus. Das nahegelegene Amtshaus wurde mit Farbe verschmiert.

"Fabrikool-Transparent"

Der Hintergrund der Krawalle ist unklar. Nach Angaben der Zeitung "Der Bund" waren etwa 30 Vermummte am Werk.

Sicherheitsdirektor Nause wies darauf hin, dass es ein Transparent im Zusammenhang mit Fabrikool gegeben habe. "Für mich gibt es überhaupt keine Rechtfertigung irgendwelcher Art, dass man solche Gewaltakte begeht", betonte Nause.

Die Fabrikool-Aktivisten hatten zwei Jahre lang die Alte Schreinerei in der Länggasse genutzt. Am vergangenen Dienstag war das Gebäude polizeilich geräumt worden. Am Freitag hatten rund 150 Personen gegen die Räumung demonstriert.

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