Wolf | Starke bürgerliche Minderheit wendete das Blatt: Nationalrat schloss sich mit 92 zu 91 Stimmen Ständerat an

Wölfe sollen auch in Jagdbanngebieten abgeschossen werden dürfen

Kurswechsel eingeläutet. Minderheitssprecher Franz Ruppen (SVP), Vorstandsmitglied des Vereins "Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere", hatte vor dem Rückzug der Wölfe in die Wildtierschutzgebiete gewarnt.
1/1

Kurswechsel eingeläutet. Minderheitssprecher Franz Ruppen (SVP), Vorstandsmitglied des Vereins "Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere", hatte vor dem Rückzug der Wölfe in die Wildtierschutzgebiete gewarnt.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Mit dem Jagdgesetz muss sich die Einigungskonferenz befassen. Nationalrat und Ständerat haben sich zwar darüber geeinigt, dass Wölfe auch in Jagdbanngebieten abgeschossen werden dürfen. Aber nach drei Beratungsrunden bleiben noch Differenzen.

Jagdbanngebiete helfen, seltene und bedrohte Tiere sowie deren Lebenswelten zu schützen. Die Jagd ist dort verboten - es sei denn, sie sei für die Erhaltung der Artenvielfalt oder zur Verhütung übermässiger Wildschäden nötig. Dann soll jagdbares Wild abgeschossen werden dürfen.

Dass auch die geschützten Steinböcke in den Schutzgebieten getötet werden dürfen, ist in den Räten unbestritten. Hingegen hatte der Nationalrat zunächst nicht zulassen wollen, dass auch Wölfe geschossen werden dürfen.

Der Ständerat dagegen wollte Wolf-Abschüsse in diesen Gebieten zulassen. In der dritten Beratungsrunde im Nationalrat wendete eine starke bürgerliche Minderheit nun das Blatt, und der Nationalrat schloss sich mit knappem Mehr, 92 zu 91 Stimmen bei 2 Enthaltungen, dem Ständerat an.

Streifgebiete versus Schutzgebiete

Minderheitssprecher Franz Ruppen (SVP/VS), Vorstandsmitglied des Vereins "Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere", hatte vor dem Rückzug der Wölfe in die Wildtierschutzgebiete gewarnt. Dort könnten sich die Rudel - geschützt vor dem Abschuss - unkontrolliert vermehren.

Vertreterinnen und Vertreter der unterlegenen Mehrheit wiesen vergebens darauf hin, dass die Streifgebiete der Wölfe grösser seien als die Schutzgebiete. Wölfe könnten also reguliert werden, wenn sie die Jagdbanngebiete verliessen. In den Schutzgebieten dagegen solle der Schutz auch für sie gelten.

Mehrere Votanten verwiesen auf das angekündigte Referendum gegen das revidierte Jagdgesetz. Lade man die Vorlage zu stark auf, spiele man den Gegnerinnen und Gegnern in die Hände, mahnten sie.

Bei der Regulierung von geschützten Tierarten im Allgemeinen hält der Nationalrat am Zusatz fest, wonach die Erhaltung regional angemessener Wildbestände gewährleistet sein muss. Mit 99 zu 74 Stimmen folgte er einer Minderheit und beharrte auch auf dieser Differenz zum Ständerat.

Minderheitssprecher Ruppen verwies auf wachsende Populationen geschützter Tierarten, die den Beständen der Beutetiere stark zusetzten. Bund und Kantone müssten deshalb Massnahmen ergreifen können. Die unterlegene Mehrheit hielt diese Präzisierung für redundant.

Harmonsierung von Jagdprüfungen

Bei den Jagdprüfungen hingegen kommt der Nationalrat dem Ständerat einen Schritt entgegen. In der neuen Version werden die Jagdprüfungen harmonisiert, müssen von den Kantonen aber nicht gegenseitig anerkannt werden. Den entsprechenden Antrag der Umweltkommission hiess die grosse Kammer oppositionslos gut.

Ausgeräumt hat der Nationalrat auch die Differenz bei der Frage, wer mitreden darf bei den Kriterien für die Vergütung für Schäden durch geschützte Tierarten. Er wollte bisher festschreiben, dass nicht nur Kantone, sondern auch "betroffene Kreise" angehört werden.

Der Ständerat lehnte dies ab; der Nationalrat verzichtet nun ebenfalls auf die "betroffenen Kreise". Er tat dies mit 99 zu 86 Stimmen, gegen den Willen einer von Ruppen angeführten Minderheit.

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login

Artikel

Empfehlungen

Heute im WB

Wahlen 2019

Aktuell auf 1815.tv

Mattmark Halbmarathon

zum Video

In der aktuellen RZ

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Der Hehler ist schlimmer als der Stehler

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

Rotten Verlag News

Oberwalliser Baby-Galerie

Noah LaportaLeon MaliqiDion Krasniqi
zur Baby-Galerie
Aktuelle Verkehrsmeldungen

Digital Abo

Sitemap

Impressum

MENGIS GRUPPE

Pomonastrasse 12
3930 Visp
Tel. +41 (0)27 948 30 30
Fax. +41 (0)27 948 30 31