Staatsrat Melly präsentiert eine Vollkostenrechnung zu Walliser Wölfen

250'000 Franken für fünf Wölfe

Ein Wolf (Archiv)
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Ein Wolf (Archiv)
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch /zen 33

Die Präsenz von fünf Wölfen verursachte beim Kanton Wallis im vergangenen Jahr Aufwände in der Höhe von rund 250’000 Franken.

Diese Zahl geht aus einem Antwortschreiben hervor, das Staatsrat Jacques Melly vor Kurzem SVPO-Präsident und Grossrat Franz Ruppen auf eine schriftliche Anfrage hin zukommen liess. Ruppen wollte wissen, wie viel Geld die Wolfspräsenz den Kanton im Jahr 2013 kostete.

Die Kostenzusammenstellung umfasst alle im Zusammenhang mit der Präsenz von fünf Wölfen stehenden Tätigkeiten, die im Jahr 2013 bei kantonalen Dienststellen anfielen. Diese wurden im Rahmen der Kantons- und Bundesgesetzgebung von Angestellten des Kantons ausgeführt.

200 Stunden für Wolfsabschuss

Selbstredend war vorab die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere durch die Präsenz der Wölfe gefordert. So waren Wildhüter während 1427 Stunden mit dem allgemeinen Monitoring und Schadensaufnahmen an Nutztieren beschäftigt. Ein Teil davon entfiel auf das Luchsmonitoring, das parallel läuft. Dazu kommen 200 Stunden, die Wildhüter nach einer Abschussverfügung damit verbrachten, dem Gommer Wolf im September 2013 nachzustellen. Dieser wurde nach sehr kurzer Zeit (drei Tage) erlegt. Hochgerechnet kostete der Abschuss rund 13'000 Franken.

Weitere 40 Stunden fielen in der Verwaltung der Dienststelle für die Bearbeitung von 112 Schadensfällen an Nutztieren an. Und rund einen Sechstel seiner Arbeitszeit, zirka 300 Stunden, musste der Dienstchef für die Klärung von Fragen rund um den Wolf aufbringen: etwa für Medienarbeit, die Erteilung der Abschussbewilligung, Bearbeitung politischer Vorstösse, Information der Walliser Parlamentarier und Sitzungen in Bern zwischen dem BAFU und den Kantonen.

Geringe Entschädigung des Bundes

Geldaufwände im Zusammenhang mit dem Wolf entstanden dem Kanton bei der Einsendung von DNA-Proben. Die Portokosten beliefen sich auf 2000 Franken. An den Entschädigungszahlungen für 112 gerissene oder verletzte Schafe in der Höhe von 52'145 Franken musste sich der Kanton mit 20 Prozent beteiligen. 80 Prozent übernahm der Bund, der dem Kanton im Übrigen 2013 für die mit der Wolfspräsenz verbundenen Aufgaben 15'000 Franken überwies.

Im Bereich des Herdenschutzes fielen bei der Dienststelle für Landwirtschaft für Beratungen von Alpen und Betrieben 1400 Stunden an. Weitere 400 Stunden für Berichte, Sitzungen, Medienarbeit sowie Stellungnahmen.

Für die insgesamt 3767 ausgewiesenen Arbeitsstunden im Zusammenhang mit der Wolfspräsenz geht der Kanton für das Jahr 2013 von einem Aufwand von 200'000 bis 250'000 Franken aus. Dies bei einem Stundenansatz zwischen 60 und 65 Franken. Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass die Kantonsmitarbeiter die anfallenden Arbeiten im Rahmen ihrer Pflichthefte ausgeführt haben.

Ruppen: «Kosten sind nicht mehr akzeptabel»

Welche Schlüsse zieht nun Franz Ruppen aus den Erklärungen von Staatsrat Jacques Melly? «Die Kosten sind auf der Basis von 65 Franken eindeutig zu tief ausgewiesen. Das entspricht kaum den Löhnen von Angestellten des Kantons», sagt Ruppen. «Zudem wird nun klar, dass die Aufwände für das Management der Wölfe, die niemand will und nur Schäden bei Nutztieren und Wild anrichten, ausufern und unverhältnismässig und inakzeptabel hoch sind.» Gleichzeitig würden durch die Wölfe unnötig Ressourcen beim Kanton gebunden.

Ruppen fordert deshalb, dass nun endlich die Motion Fournier im Sinne des Bundesparlaments umgesetzt wird und die Schweiz aus der Berner Konvention austritt. «Der Knoten liegt klar bei der Verwaltung des Departements von Doris Leuthard, welche sich weigert, den Willen des Schweizer Parlaments umzusetzen», so der SVPO-Präsident.

«Der Wolf hat in der Schweiz und in den Alpen keinen Platz. Nicht ohne Grund wurde das Raubtier von unseren Vorfahren ausgerottet», nimmt Ruppen klar Stellung. «Der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht. Er hat in Alaska oder Sibirien genügend Platz, sich zu entfalten. Das ist in der kleinräumigen Schweiz nicht der Fall. Die weitere Ausbreitung ins Mittelland mit stetig wachsenden Problemen und Kosten ist schlicht nicht mehr akzeptabel.»

 

Jahr 2014: Schäfer erhalten 52’885 Franken als Entschädigung

Im laufenden Jahr werden Walliser Schafhalter in 106 Fällen mit 52'885 Franken für von Wölfen getötete oder verletzte Tiere entschädigt. Die Abrechnungsperiode umfasst die Zeitspanne von September 2013 bis September 2014. Die meisten Fälle betrifft das Oberwallis. Für die Kosten kommt zu 80 Prozent der Bund auf, der Rest geht zu Lasten des Kantons. Ob die Tiere geschützt oder ungeschützt waren, spielt bei der Entschädigung keine Rolle. Grundsätzlich werden alle Schafhalter aufgrund der Tabellen der Schweizerischen Zuchtverbände entschädigt.

 

 

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Kommentare

  • Gast - 02

    Nehmen Sie den Wolf doch als weitere Chance Touristen in die Schweiz zu locken.

  • Kalkulator - 12

    Die Schweiz soll also die "Berner Konvention" aufkündigen? Wir heften uns also erstmal den Tierschutzorden an die Brust und wenn es etwas kostet, war es nicht so gemeint und wir treten dann halt mal einfach aus der Konvention aus?
    Wer soll die Schweiz bei internationalen Abkommen noch ernst nehmen?
    Was für eine Blamage wegen 250Tsd Franken im Jahr!

  • Angela Rei Buob - 00

    .. bin mit diesen Aussagen gar nicht einverstanden, der Aufwand in Vergleich mit andere Aufwände ist klein, und für mich sind die Wölfe wichtig und Bestand der Kreislauf der Natur, also haben eine wichtige Rolle. Die Schafe etc. denke ich dafür müssen wieder besser geschützt werden, mit Hirte und Hirtenhünde, und nicht die Tiere einfach sich selbst überlassen! Zuviel Wild braucht natürliche Feinde

  • Kalkulator - 00

    "... Entschädigungszahlungen für 112 gerissene oder verletzte Schafe in der Höhe von 52'145 Franken"
    Das also sind die tatsächlichen, durch den Wolf verursachten Kosten. Es wurden also rund 200.000 Franken für das ganze Brimborium (Verursacht durch Wolfshasser) ausgegeben. Ich wäre dafür, das Brimborium abzuschaffen ...

  • Leo N - 00

    Liebe Marianne, eine Nacht mit Dir käme noch teurer.

  • Tschikai - 00

    Bravo Franz Ruppen! Bitte SVP – weiter so! Endlich wissen wir, was uns die Wölfe 2013 kosteten! Diese Zahlen sind schlicht und einfach ein Skandal zu Lasten des Steuerzahlers! Im Übrigen sind Schaft Nutztiere und Wölfe Raubtiere… Es geht hier nicht um Meerschweinchen und wenn sie noch so herzig sind. Ich habe auch einen tollen Hund zu Hause – hat aber mit dem Problem Wolf nichts zu tun!

  • brigante angelina - 00

    unglaublich wie man mit der natur und mit wildtieren umgeht - passen diese nicht in die umgebung, einfach abschiessen - ausrotten.aber gerade diese nützlichen tiere helfen das ökosistem auszugleichen.es sollen nur züchter entschädigt werden, die einen herdenschutz haben- es funktioniert liebe walliser!!!

    • Venetz Angelo - 00

      Einen artgerechten herdenschutz für schwarznasenschafe der zufriedenstellende Ergebnisse erbringen würde,gibt es nicht.

    • Bärtha di Püüri - Bertha die Bäuerin - 00

      EUF !

  • Andy - 00

    Wenn ich die Antwort von Herr Melly lese, wundere ich mich nicht, wenn die Staatsrechnung nicht aufgeht.
    250000.- Franken??? Ich lach mich kapputt, der Wolf und das ganze Drum und Dran kostet uns viel viel mehr. Aber man verschweigt im Wallis gerne etwas, das Unangenehm ist. Wenn ich aber lesen muss, dass bei unserem Bildungssistem gespart wird, dann vergeht mir das Lachen. Toter Wolf=guter Wolf.

  • Carlo Müller - 00

    Der werte Herr Ruppen sollte mal schriftlich anfragen was die SVPO dem Kanton kostet...

  • Wolf - 00

    Ich möchte ein Wolf sein. Mit 50'000 Franken pro Jahr würde ich fürsterlich leben

  • lama - 00

    Werden die Beiträge weiter ignoriert werde ich das WB Abonnement nicht mehr bezahlen, und es werden weitere folgen.

  • Dani - 00

    @bergbauer: solange der Steuerzahler eure Subventionen bezahlt forderen wir mit.... Falls ihr ohne diese existieren könnt lasse ich dir die alleinige Entscheidung.

    • bergbauer - 00

      Subventionen gibt es nicht,dass nennt man Direktzahlungen und mit diesem Geld werden viele Gewerbe unterhalten.Wenn ihr denkt mit der Hobbyschäferei würde man dass grosse Geld verdienen ist das leider falsch.Dieses Geld bekommt man für die richtige Pflege des Kulturlandes.Dieses Geld als Argument vorzubringen ist sehr schwach und kurzsichtig.Keine Kritik sondern eine klarstellung.

  • Schafpullover - 00

    Wolf sei Dank sonst würde die SAP Abrechnungen dieser Mitarbeiter wohl anders aussehen....nämlich noch weniger Stress.... Übrigens liebe Schäfer bedeutung SAP könnt ihr selber nachschlagen.... Falls ihr nicht gerade auf der Jagd selber Tiere massakriert.

  • lama - 00

    Bravo F. Ruppen, endlich erwacht ein Politiker aus dem Winterschlaf, aber jetzt nicht aufgeben und weiterkämpfen ,dann holt die SVP noch mehr stimmen im Wallis. CVP FDP SP alle schweigen bitte SVP Kämpfen wenigstens sie für uns!

  • Sa - 00

    Wölfe die niemand will….
    Hallo?! Gehts noch?!…. Ich und viele andere WOLLEN den Wolf (und Bären).
    Eigentlich sollte es mich nicht mehr überraschen… und doch bin ich genau das immer wider…Die unglaubliche Arroganz des Menschen. Wie kommt jemand dazu zu bestimmen welche Tiere wo leben dürfen und welche nicht?!
    Das haben wir kleinen Menschlein schlicht nichts zu melden.
    Einfach ein Armutszeugnis

    • Franz - 00

      Viele andere? Ich denke das ist eher die Minderheit.Hättest du Schafe würdest du bestimmt schlauer reden.Und wen du diese Tiere unbedingt sehen möchtest dan geh einfach in den ZOO

    • bergbauer - 00

      Warum muten sich Leute wie du zu , den Wolf in de Bergregionen zu fordern?Welchen Teil leistet ihr zur Biodiversität?Bergbauern leisten hierführ entscheidende Beiträge und genau darum haben wir das Recht zu sagen wir wollen keinen Wolf.

  • Aschi - 00

    Und für ein paar Franken kriegst du eine Handvoll Munition !!!!!

  • Guschti - 00

    Lieber Leo N, Ich glaube Du hast den Text falsch verstanden! Die Wölfe kosten 250000 Fr. nicht die Schafe. Wenn keine Wölfe wären, müssten die Schäfer ihre Schafe selber unterhalten.

  • Joggo - 00

    Kapiert es doch endlich: Hört auf über den Wolf zu reden!
    SCH...SCH...SCH...SCH...
    dann sparen wir uns die horrenden Kosten und haben keinen Stress mehr mit den Ökofundamentalisten.

  • Leo N - 00

    Die Entschädigung für die Schafe sollte geschtrichen werden.Andere Tiere werden auch nicht entschädigt.

    • marianne - 00

      Leo ich verfolge deine Kommentare dir geht's nicht um das Problem deine Sorge ist die Entschädigung das liebe Geld ist dir ein Dorn im Auge

    • aha - 00

      Super !!!! Leo N meldet sich wieder habe dich schon vermisst

  • Flou - 00

    Eine viertel Million Franken nur weil manche Tierhalter ihre geliebten Tiere nicht schützen. Ich kann mir auch keine Meerschweinchen zulegen und meinen, wenn ich sie im Sommer frei auf der Wiese herumlaufen lasse, dass sie dann nicht vom Fuchs oder Marder geholt werden :( Von Entschädigungen ganz zu schweigen.

    • dunja - 00

      Schafe sind Nutztiere, aber für wen? Sie sind schlicht nur Hobby und Nebenerwerb,(von einigen wenigen Betrieben mal abgesehen)...und sind Meerschweinchen weniger wert nur weil sie zur Freude gehalten werden? , wie viele Schafe ja auch! Wir schützen unsere "Haustiere" und das erwarte ich auch von den Schafhaltern.

    • bäääh - 00

      sinnloser vergleich flou, schafe = nutztiere, meerschweinchen=haustiere/dekoration

  • Wolfsgegner - 00

    Eine Gewehrkugel kostet einen Fünflieber.

  • Wismer Daniel - 00

    In erster Linie wollen Politiker und Parteien gewählt werden!
    Wie hoch die Kosten für das sinnlose und gefährliche Referendum gegen die 3.Rhonekorrektur seitens der SVP sein wird, verschweigt Ruppen natürlich. Übrigens: wusste gar nicht, dass F. Ruppen jetzt auch noch Biologe ist und das Verhalten und die Lebensweise der Wölfe so gut einschätzen kann

    • Kohni - 00

      er kann dies ungefähr gleich gut wie ein immer besserwissender Yakzüchter

  • Rotkäppchen - 00

    Da läuft einem die Galle hoch..... Jetzt aber dringend handeln!!!! Das Geld wäre andersweitig sinnvoller investiert!

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