In eigener Sache | Die Oberwalliser Tageszeitung erscheint neu in einer bisher einzigartigen Drucktechnologie

Der «Walliser Bote» wird farbiger

Zufrieden. Geschäftsinhaber Nicolas Mengis mit dem WB-Druckteam, das in den letzten Wochen intensive Vorbereitungsarbeit leistete und die Feuertaufe in der Nacht auf gestern nun bestand. Von links: Martin Seematter, Arnold Schmid, Nicolas Mengis, Peer Pianzola, Daniel Indermitte und Daniel Kronig.
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Zufrieden. Geschäftsinhaber Nicolas Mengis mit dem WB-Druckteam, das in den letzten Wochen intensive Vorbereitungsarbeit leistete und die Feuertaufe in der Nacht auf gestern nun bestand. Von links: Martin Seematter, Arnold Schmid, Nicolas Mengis, Peer Pianzola, Daniel Indermitte und Daniel Kronig.
Foto: fotos wb

Quelle: WB /tr 17.06.15 1
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VISP/BRIG. Seit Mitte Juni prägt den «Walliser Boten» ein bunteres Erscheinungsbild. Dies aufgrund eines für Tageszeitungen völlig neuen digitalen Druckverfahrens. Es löst die klassische Rotationsmaschine ab.

Mit hohen Erwartungen wurde bei der Mengis Gruppe in den letzten Wochen auf den 15. Juni 2015 hingearbeitet. Auf diesen Tag hin war die Überführung der täglichen WB-Produktion in das digitale Zeitalter angesagt. In der Nacht auf gestern nun hielten die Verantwortlichen die mit grosser Spannung erwartete erste Nummer in den Händen–gedruckt auf einem HP Inkjet Web Press-Tintenstrahldrucker der neuesten Generation. Das Ergebnis stellte zufrieden, die Umstellung auf das neue Druckverfahren klappte. Der WB war rechtzeitig bei seinen Leserinnen und Lesern.

Ein mutiger Schritt

Erleichtert zeigte sich darüber in erster Linie Nicolas Mengis, Verwaltungsratspräsident und Inhaber der Mengis Gruppe. «Das Produkt darf sich sehen lassen.» Der Schritt war mutig. Redaktion, Produktion und Druck haben ganze Arbeit geleistet. «Wir liefern den Beweis, dass die Technik des Digitaldrucks reif ist für die Produktion einer Tageszeitung», so Mengis. In den nächsten Wochen wird es darum gehen, an den Details zu feilen und mögliche Verbesserungen vorzunehmen. Denn auf Erfahrungswerte aus anderen Häusern konnte sich Mengis nicht abstützen. Dieser neue Maschinen-Typ wird im Druckzentrum «Pomona» in Visp weltweit erstmals für die Produktion einer ganzen Tageszeitungs-Auflage eingesetzt.

Ein Ersatz für die Rotationsmaschine

Entschieden hatte sich der Verwaltungsrat der Mengis Gruppe zu diesem innovativen Schritt kurz vor Weihnachten 2014 aus mehreren Gründen. Die bisherige Wifag-Druckmaschine aus den 1970er-Jahren ging auf das Ende ihres Lebenszyklus zu und bedurfte einer Ablösung. Als Alternative zu den sehr teuren Rotationsmaschinen, die praktisch ausschliesslich für den Zeitungsdruck verwendet werden können und deshalb bei uns verhältnismässig lange unproduktiv stillstehen würden, bot sich die Digitaldruckmaschine der neuesten Generation an. Diese ist (heute) zwar (noch) deutlich weniger schnell als die klassische Rolle, erwies sich aber für eine Zeitung von gut 22000 Exemplaren als schnell genug, den bisherigen Redaktionsschluss von 23.00 Uhr garantieren zu können – und trotzdem am Morgen rechtzeitig bei den Leserinnen und Lesern zu sein. Rechtzeitig heisst seit der Einführung der Frühverteilung in den meisten Gemeinden des Walliser Talgrundes bis 7.00 Uhr. Das war, ist und bleibt gegenüber den zuvor gewohnten Zustellzeiten durch die Post ein gewaltiger Fortschritt.

Die Selbstbestimmung bleibt erhalten

Geprüft wurde in der eingehenden Evaluationsphase als Alternative auch der Druck bei einem externen Partner. Diese Option wurde aber wieder verworfen. Die idealen Produktionszeitfenster waren dort meistens schon belegt. Zudem hätten sich aufgrund der Entfernung zwischen Druckcenter und Verteilungsgebiet logistische Probleme gestellt. Genauso wichtig war: Mit dem Schritt ins digitale Zeitalter der Zeitungsproduktion konnte die Selbstbestimmung gewahrt werden. Das Haus Mengis, seit 1932 Hersteller des mittlerweile 175-jährigen «Walliser Boten», legt auch in seiner dritten Generation höchsten Wert auf unternehmerische Eigenständigkeit. Die Herstellung des «Walliser Boten» bleibt so von A bis Z in den eigenen Händen – und damit ein klassisches Oberwalliser Produkt.

Die HP Inkjet lässt sich neben der guten Grundauslastung durch den WB-Druck auch für den Akzidenzdruck einsetzen. Das eröffnet der Mengis Gruppe willkommene Synergien. Die grösste Chance sieht CEO Harald Burgener in der im Digitaldruck möglichen Personalisierung. «Die Flexibilität bei Auflagen und Terminen ist deutlich höher als bei den herkömmlichen Druckverfahren, zudem kann jedes Produkt variabel gestaltet werden.» Der Laie kann sich das Ganze vorstellen wie einen riesigen Drucker an seinem PC, wo das Resultat ebenfalls mit ein paar Tastendrücken abgerufen respektive angepasst werden kann.

Längere Druckzeiten

Allerdings gibt es diese Vorteile nicht ohne Nachteil. Die aktuell höchstmögliche Druckgeschwindigkeit beansprucht für den «Walliser Boten» eine Produktionszeit von gut fünf Stunden. Sie variiert je nach Umfang der Zeitung. Auf der klassischen Rotationsmaschine wurde der WB in weniger als der Hälfte der Zeit gedruckt.

Keine Grossauflage mehr

Die längeren Druckzeiten erfordern ab sofort einen Verzicht auf die am Donnerstag übliche Grossauflage. Die dafür benötigten gut 33000 Exemplare sind in der verfügbaren Zeit zwischen Redaktionsschluss und Auslieferung nicht zu schaffen.

Die Werbekunden sind darüber rechtzeitig informiert worden. Um die Reichweitenziele weiterhin zu erreichen, wurden zusammen mit der ebenfalls zum Hause Mengis gehörenden «RhoneZeitung» interessante Kombinationsprodukte entwickelt.

Durchgehend vierfarbig

Sichtbar wird der Digitaldruck am deutlichsten in der durchgehenden Vierfarbigkeit. Der «Walliser Bote» wird also bunter. Das zeigen wir unter anderem durch Ressortfarben – ohne die Zeitung zu einem bunten Malwerk verkommen zu lassen. Durch das neue Druckschema haben wir uns auch entschlossen, die Ressorts neu einzuteilen. Künftig folgt im Anschluss an den Wallis-Teil (blau) das Ressort Schweiz/Ausland (gelb). Der Sportteil (rosa) verschiebt sich so gesehen nach hinten. Sonderseiten erhalten die Farbe Grün, die Werbung behält die Farbe Grau.

Erschien der WB bisher jeweils hälftig in zwei Bün-den, sind neu bis zu vier Hef-te unterschiedlichen Umfangs möglich.

«Wir liefern den Beweis, dass der Digitaldruck reif ist für die Produktion einer Tageszeitung»
Nicolas Mengis Inhaber Mengis Gruppe
Thomas Rieder
17. Juni 2015, 12:56
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Kommentare

  • heinz - vor 11 Jahre ↑5↓10

    endlich ein super Tagesblatt, was lange währt wird nun wirklich gut!!!

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