E-Voting | Walliser Interesse an neuem System mit höherer Sicherheit

Genf mit E-Voting der nächsten Generation

E-Voting in Genf: Auch das Wallis ist interessiert (Symbolbild).
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E-Voting in Genf: Auch das Wallis ist interessiert (Symbolbild).
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Im Kanton Genf ist am Sonntag zum ersten Mal in der Schweiz bei Wahlen ein E-Voting-System der zweiten Generation zum Einsatz gekommen. Stimmbürger können neu kontrollieren, ob ihre Stimmabgabe korrekt bei den Behörden angekommen ist. Auch das Wallis ist daran interessiert.

Für die Genfer Stimmberechtigten erhöht sich die Sicherheit mit dem neuen E-Voting-System. Auf dem Wahlzettel ist neu vor jedem Namen ein vierstelliger Code aufgeführt, der bei jedem Stimmberechtigten anders lautet.

Nach der Stimmabgabe wird dieser Code auch im Online-Voting-System angezeigt. Stimmen die beiden Codes überein, wurde die Stimmabgabe korrekt übermittelt. Fehlt der Code oder würde er anders lauten, kann das Wahlverfahren noch vor der endgültigen Bestätigung abgebrochen werden.

Der Kanton Genf - bereits Pionierkanton der Schweiz in Sachen E-Voting - ist der erste Kanton, der dieses E-Voting-System der zweiten Generation noch vor den eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober bei Wahlen testen kann.

Von den 45 Genfer Gemeinden nahmen 29 an der Premiere vom Sonntag teil. "Wir hatten nicht den geringsten Zwischenfall", sagte am Sonntag die Genfer Staatsschreiberin Anja Wyden Guelpa am Sonntag der Nachrichtenagentur sda.

Hacker stellte E-Voting in Frage

Sie betonte, dass es auch beim System der ersten Generation nie einen Zwischenfall gegeben hatte. Es handelt sich bereits um den 37. Einsatz eines E-Votings-Systems im Kanton Genf. Diese langjährige Arbeit war im Juli 2013 nach der Demonstration eines Hackers in Frage gestellt worden.

Dieser war zwar nicht in die Server der Genfer Verwaltung eingedrungen, zeigte aber an einem Versuchsmodell, wie eine Stimme nach der Abgabe im Internet noch verändert werden könnte. Der Versuch des Hackers fand in der ganzen Schweiz ein Grosses Echo.

Der Grüne Nationalrat Balthasar Glättli forderte gar im Juni 2014, einen Stopp der E-Voting-Systeme der ersten Generation. Der Nationalrat lehnte seine Motion jedoch ab. Einer weiteren Forderung von Kritikern - der Offenlegung des Quellcodes - kam der Kanton Genf nach.

Auf Anfrage kann die Architektur des Programms eingesehen werden, sagte Staatskanzlerin Wyden Guelpa. Von diesem Recht wurde auch Gebrauch gemacht. Auf nationalem Niveau gibt es drei Akteure in der Entwicklung des E-Votings.

Weitere Kantone interessiert

Das Genfer System wird auch in den Kantonen Bern, Basel und Luzern benutzt. Zudem zeigen auch die Kantone Tessin, Waadt und Wallis Interesse an der zweiten Generation des Genfer E-Voting-Systems. Letztere beiden Kantone schickten gar Vertreter an die Genfer Kommunalwahlen um den Praxistest zu begleiten. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der Schweizer Bundeskanzlei.

Der Kanton Neuenburg arbeitet an einer eigenen Lösung für das E-Voting. Hinzu kommt das "Consortium Vote électronique", welchem die Kantone Aargau, Zürich, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen, Solothurn, Glarus und Freiburg angehören. Sie arbeiten ebenfalls an einem System, bei dem online abgegebene Stimmen verifiziert werden können.

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