Kampf gegen Abwanderung | Gemeinde gewährt Darlehen von bis zu vier Millionen Franken

Erner stimmen für Mietwohnungsprojekt

Die Mehrheit der Erner sagt Ja zum Mietwohnungsprojekt.
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Die Mehrheit der Erner sagt Ja zum Mietwohnungsprojekt.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 0

An einer ausserordentlichen Urversammlung sprach sich die Mehrheit der Erner am Mittwochabend für die Unterstützung des Wohnbauprojekts «Bieuti» aus. Die acht Mietwohnungen sollen so schnell wie möglich realisiert werden. 

Mit dem Urversammlungsentscheid gewährt die Gemeinde Ernen der Wohnbaugenossenschaft Ernen ein Darlehen über maximal vier Millionen Franken. So viel kosten die acht Mietwohnungen, die nun auf einer Parzelle neben dem Generationenhaus am nördlichen Rand des historischen Dorfkerns gebaut werden. Dazu tritt die Gemeinde die Parzelle im Baurecht ab. Die modernen Wohnungen sollen im Kampf gegen die Abwanderung helfen. «Wir werden die Arbeiten so schnell wie möglich ausschreiben», sagt Gemeindepräsidentin Christine Clausen, die sich enorm über das Ergebnis freut.

84 Stimmbürger nahmen an der ausserordentlichen Versammlung teil. Darunter quasi alle jungen Dorfbewohner im stimmfähigen Alter, so Clausen. Der Abstimmung seien rege Diskussionen vorausgegangen. Es hätte zahlreiche skeptische Wortmeldungen gegeben. Aber gerade die jungen Leute hätten sich vehement für das Projekt eingesetzt. «Die wollen hierbleiben», sagt Clausen. Mit 50 Ja- gegen 34 Nein-Stimmen wurde das Darlehen am Ende gutgeheissen.

Die notwendige Baubewilligung wurde bereits im Januar 2015 erteilt und läuft noch bis im Frühjahr 2020. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Damit kommt für die Gemeinde ein scheinbar endloses Kapitel doch noch zu einem positiven Ende. Beinahe zehn Jahre ist es her, seit die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie für ein Wohnbauprojekt in Auftrag gegeben hat. Clausen, die auch die Wohnbaugenossenschaft präsidiert, blieb bei der Suche nach Investoren aber ohne Erfolg. Mehr als ein Dutzend Banken und Pensionskassen winkten ab. Kleine Bergdörfer stehen nicht auf deren Radar. Zu ungewiss sei es, ob die Wohnungen auch dauerhaft vermietet werden könnten, lautet das Hauptargument. Nach langer Suche wollten die Gemeindeverantwortlichen das Projekt schliesslich begraben. Gleich mehrere junge Einwohner intervenierten bei den Gemeinderäten. Die Gemeinde entschied sich deshalb, selbst als Darlehensgeber gegenüber der Genossenschaft aufzutreten. Ob die Nachfrage für die acht Wohnungen überhaupt vorhanden ist? Irgendwann müsse man auch mal etwas wagen, wenn man die Abwanderung bekämpfen wolle, so die Gemeindepräsidentin.

mas

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