Bergbahnen | Der finanzielle Schaden bei den Bahnen und in der Berggastronomie ist bereits jetzt gewaltig

"Es fehlen 140 Millionen Franken"

«Rasch handeln». Das fordert Berno Stoffel, Präsident Walliser Bergbahnen, von der Regierung.
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«Rasch handeln». Das fordert Berno Stoffel, Präsident Walliser Bergbahnen, von der Regierung.
Foto: mengis media / alain amherd

Quelle: 1815.ch 0

Das vorzeitige Saisonende traf die Bergbahnenbranche völlig unerwartet. Die Einnahmen sind auf null gesunken. Die Frage ist, für wie lange? Damit die Betriebe die schwierige Zeit überstehen, hat sich der Verband der Walliser Bergbahnen mit einem Massnahmenkatalog an die Kantonsregierung gewandt.

Der Entscheid kam Knall auf Fall, sagt Berno Stoffel, Verbandspräsident der Walliser Bergbahnen, über die am vergangenen Freitag vom Bundesrat ausgerufene Schliessung aller Skigebiet in der Schweiz. Schliesslich hätte die Wintersaison in den grossen Destinationen noch über einen Monat gedauert. Das Corona-Aus hat gravierende Folgen. «In diesem Saisonendspurt kamen im letzten Jahr noch knapp 140 Millionen Franken hinzu. Die fehlen uns nun», nennt Stoffel das Ergebnis einer Umfrage innerhalb des Verbands. 67 Millionen davon bei den Bahnen, 70 Millionen fehlen in der Berggastronomie.

«Die Arbeitssuche ist derzeit schwierig»

Stattdessen kommt überhaupt nichts mehr rein. Die Betriebe müssen ihre Kosten so weit wie möglich herunterfahren. Schliesslich weiss niemand, wie lange die Ausnahmesituation anhält – und somit auch nicht, für wie lange das finanzielle Polster reichen muss. Das grösste Einsparpotenzial besteht beim Personal. So haben die Bahnbetriebe Kurzarbeit beantragt. Dass man in der misslichen Lage aber per sofort alle Saisonniers auf die Strasse setzt, kommt für viele Bergbahnenchefs nicht infrage. «Wir beschäftigen 45 Saisonniers, viele davon arbeiten bis Ende April, denen haben wir zugesichert, dass ihr Lohnausfall entschädigt wird», sagt Karl Roth, CEO Lauchernalp Bergbahnen. Auf welche Weise wird vom Verband aktuell geklärt.

Ins gleiche Horn bläst Fredi Lang, Geschäftsführer der Rosswald Bahnen. Der Betrieb, der 25 Leute beschäftigt, verliert durch das frühzeitige Saisonende Einkünfte im Umfang von 40000 bis 50000 Franken, so Lang. Trotzdem versuche man die Saisonniers, die noch keinen Folgejob in Aussicht hätten, bis zum eigentlichen Saisonende weiterzubeschäftigen. Auch in Grächen werden wegen des Corona-Aus keine Saisonniers vor Vertragsende entlassen, so Berno Stoffel, Geschäftsführer der Touristischen Unternehmung Grächen. In der aktuellen Situation, in der grosse Teile der Wirtschaft stillliegen, würde sich die Arbeitssuche für die Betroffenen sehr schwierig gestalten.

«Deshalb haben wir beim Kanton beantragt, dass auch Personen mit befristeten Arbeitsverträgen von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können», so Stoffel. Dies eine der Forderungen, mit denen der Walliser Bergbahnenverband die negativen Folgen für die Arbeitnehmer abfedern will. Dazu soll die Kurzarbeitsentschädigung von derzeit 80 auf 100 Prozent erhöht werden. Und bei befristeten Verträgen soll der Anspruch einen Monat über das Vertragsende hinaus gelten.

Schwieriges Jahr

Für die Betriebe fordert der Verband unter anderem: Erlass der Grundstücksteuer, Verschiebung des Entscheids über die Unternehmenssteuer aufs nächste Jahr sowie eine Streichung der Kapitalsteuer fürs Jahr 2020. Dazu sollen die Amortisationsraten der NAP-Darlehen für dieses Jahr gestrichen werden sowie bei Krediten, für die der Kanton bürgt, die Amortisation aufgeschoben und die diesjährigen Zinsen erlassen werden. Des Weiteren soll die CCF AG, das kantonale Bürgschafts- und Finanzzentrum, auf sämtliche Gebühren fürs Jahr 2020 verzichten. Wirtschaftsminister Christophe Darbellay habe den Forderungskatalog erhalten. Weil die Zeit drängt, erhofft sich der Verband bis Freitag eine Antwort. Auch wenn der Kanton alle Punkte gutheisst, steht den Betrieben aus der Tourismusbranche ein äusserst schwieriger Sommer bevor. «Bei der Eurokrise dauerte es etwa ein halbes Jahr, bis der Tourismus wieder auf Touren kam. Für den kommenden Sommer müssen wir bereits heute mit einer Nachfragedelle rechnen», sagt Stoffel. Er setzt darauf, dass aufgrund der Unsicherheiten aber zumindest mehr Schweizer in die Berge reisen.

Martin Schmidt

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