Nachgefragt | Bei Dr. Damien Carron, Direktor akademische Dienste der FernUni Schweiz

«Es wurde noch nie so oft über Fernunis gesprochen»

Damien Carron: «Wir haben die Komptetenzen und Infrastrukturen, um anderen Schulen zu helfen.»
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Damien Carron: «Wir haben die Komptetenzen und Infrastrukturen, um anderen Schulen zu helfen.»
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch /mk 0

Damien Carron, wie stark beeinträchtigt das Coronavirus den Unterricht der FernUni Schweiz?

«95 Prozent der gesamten Lernzeit läuft bei uns seit vielen Jahren online. Da ändert sich eigentlich nichts.»

Und was ist mit den restlichen 5 Prozent?

«Das betrifft die monatlichen Treffen der Lehrteams sowie die Prüfungen, die jetzt nicht mehr vor Ort durchgeführt werden können.»

Werden die Prüfungen jetzt online durchgeführt?

«Wir sind zurzeit daran, dies mit den Lehrteams und Studiengangsleitern zu organisieren, damit jeder seinen Abschluss machen kann. Schliesslich haben wir im Online-Bereich viel Erfahrung. Wobei Online-Prüfungen schon gewisse Herausforderungen bergen; zum Beispiel wenn bei einem Student mitten in der Prüfung die Internetverbindung abbricht. Auf solche Zwischenfälle müssen wir flexibel reagieren.»

Wie gehen ihre Studenten mit der aktuellen Situation um?

«Unsere Studenten sind im Schnitt 38 Jahre alt. Die meisten von ihnen sind berufstätig oder haben Kinder. So können manche Studenten aktuell nicht mehr genügend Zeit für ihr Studium aufwenden; etwa wenn sie für die Kinderbetreuung einspringen müssen oder in Berufen arbeiten, wo sie voll absorbiert werden. Andere wiederum haben jetzt 100 Prozent Kurzarbeit. Denen kann das Studium jetzt gar nicht schnell genug gehen.»

Wie handhaben Sie das, wenn ein Student aus beruflichen oder familiären Gründen sein Studium zurzeit nicht fortsetzen kann?

«Wir sind da sehr flexibel und unterstützen betroffene Studenten. Die Prüfungen oder andere Deadlines werden dann einfach verschoben.»

Gerät durch das Coronavirus auch die FernUni selbst unter Druck, sprich mussten Sie auch Kurzarbeit anmelden?

«Nein. Wir haben unsere Schule und deren Organisation seit 2013 digitalisiert. Jeder Mitarbeiter kann von zu Hause aus arbeiten. Wobei das durch die neue Situation bei der Kinderbetreuung nicht überall einfach zu meistern ist.»

Profitieren Fernunis von der Corona-Krise, weil jetzt Online-Unterricht an Bedeutung gewinnt?

«Ein Stück weit sicher. Es wurde noch nie so oft über Fernunis gesprochen als jetzt. Ich denke, nach der Krise werden die Schulen ihren Betrieb normal weiterführen, aber vielleicht die eine oder andere gute Erfahrung aus dem Online-Unterricht mitnehmen und ein bisschen mehr in Richtung Digitalisierung gehen.»

Und wie ist es aktuell? Bekommen Sie jetzt vermehrt Anfragen von anderen Schulen bezüglich Online-Unterricht?

«Das war eigentlich schon vor der Krise so. Und das nicht nur von Unis, sondern auch von Gymnasien, Grund- oder Berufsschulen. Aber ja, zurzeit häufen sich diese Anfragen.»

Wie können Sie anderen Schulen helfen?

«Zurzeit beschränkt sich das Homeschooling noch auf Wiederholungen. Falls die Schulen länger geschlossen bleiben, kommt vielleicht eine Phase, wo auch neuer Stoff vermittelt werden muss. Wir haben die nötigen Kompetenzen und Infrastrukturen, um anderen Schulen in dieser Situation konkrete und einfache Hilfestellung zu leisten. Das machen wir gerne.»

Martin Kalbermatten

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