Staatsratswahlen | Bei der SP rumort's
Waeber-Kalbermatten gerät unter Druck
Seit 2009 im Amt. SP-Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten
Foto: Keystone
Im Unterwallis wird gezielt Druck auf die SP-Staatsrätin aufgebaut. Nicht von aussen, sondern von den eigenen Genossen.
Lange Zeit konnte die hiesige Linke mit dem Finger auf die Unterwalliser CVP zeigen, die indirekt am Stuhl ihres amtierenden Staatsrats Maurice Tornay sägte. Nach verschiedenen Affären, in die Tornay verwickelt war, liess die Partei ihn fallen – und legte somit Christoph Darbellay den roten Teppich aus, der bereits seit Jahren mit seiner Ankündigung Druck ausgeübt hatte, nach seiner heute zu Ende gegangenen Amtszeit als CVP-Präsident einen Sitz in der Walliser Regierung anzupeilen.
Auch bei den Sozialdemokraten ist seit Längerem bekannt, dass mit dem langjährigen Nationalrat Stéphane Rossini ein Kandidat in den Startlöchern steht, der nur allzu gerne nach seiner Zeit in Bundesbern in den Walliser Staatsrat wechseln möchte. Zuerst müsse aber die amtierende Staatsrätin entscheiden, ob sie sich im nächsten Jahr für eine weitere Legislatur zur Wahl stellen würde oder nicht. So bis jetzt der offizielle Wortlaut bei den Genossen. Schliesslich sei man nicht wie die CVP, sagte Rossini noch im Dezember gegenüber dem «Walliser Bote».
Rossini: Oberwallis sei in Regierung übervertreten
Nun kommt aber Bewegung in die Partei. In einem Positionspapier stellen fünf ehemalige Unterwalliser SP-Präsidenten eine Malaise innerhalb der Partei fest und fordern die Verantwortlichen auf, sowohl eine Strategie aber eben auch die möglichen Staatsratskandidaten zu bestimmen.
Damit nicht genug: Nicht nur zwischen den Zeilen wird beim Papier deutlich, dass SP-Kreise im Unterwallis endlich und nach 20 Jahren wieder einen Staatsratssitz haben möchten. Die nationalen Wahlen vom vergangenen Herbst hätten gezeigt, dass es nicht gut um die Walliser Linke stehe. Während man den Schaden im Unterwallis aber noch einigermassen in Grenzen halten konnte, so die Autoren, mache man sich Sorgen um die Genossen im Oberwallis, die Jahr für Jahr «katastrophale Resultate» erzielten. Eine Aufbruchstimmung bei der SP Oberwallis könne man nicht feststellen, dass sie trotzdem seit zwei Jahrzehnten einen Staatsrat stellten, nicht nachvollziehen.
Stéphane Rossini selbst sagte gegenüber dem «Nouvelliste» vom Samstag, dass er kandidieren werde, wenn die Partei auch mehrere Kandidaturen zulassen würde. Das Oberwallis sei in der Regierung ohnehin übervertreten, zumal man SVP-Staatsrat Oskar Freysinger als halben Oberwalliser zählen könne.
SPO-Präsidentin Schmidhalter-Näfen: «Nicht die feine Art»
Man wolle die eigenen Resultate nicht schönreden, so SPO-Präsidentin Doris Schmidhalter-Näfen. «Aber verloren haben wir bei den vergangenen Wahlen gemeinsam.» So hätten die welschen Kollegen etwa in den Städten Sitten oder Siders ebenfalls Stimmen verloren. Sie könne die Unterwalliser zwar verstehen, dass sie sich nach einem Regierungssitz sehnen. «Die Art und Weise, wie jetzt Druck auf Esther Waeber-Kalbermatten ausgeübt wird, ist aber nicht die feine Art.» Vonseiten SPO habe man der amtierenden Staatsrätin die Unterstützung zugesichert. Man werde aber auch Stéphane Rossini portieren, würde sich Waeber-Kalbermatten zurückziehen.
Waeber-Kalbermatter selbst wollte das Positionspapier der ehemaligen Präsidenten gegenüber dem «Nouvelliste» vom Samstag nicht kommentieren.
David Biner








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