Walliser Bildungsdepartement

Freysinger: Kein Kommentar zu Genozid-Leugnung

Oskar Freysinger (Archiv)
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Oskar Freysinger (Archiv)
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch /rul 0

Die mögliche Anstellung des Genozid-Leugners Slobodan Despot setzt den Staatsrat Oskar Freysinger massiver Kritik aus – seine Äusserungen in der Vergangenheit ebenfalls.

Oskar Freysinger bestätigte vor wenigen Tagen, dass er im Bildungsdepartement auf der Suche nach einer Stelle für seinen Dichterfreund Slobodan Despot sei. Despot leugnet indes den im Juli 1995 unter dem bosnischen Serbengeneral Ratko Mladic begangene Genozid von Srebrenica. Zudem bleibt für den als Schriftsteller, Journalist und Verleger tätigen 46-Jährigen das Eingreifen der Nato-Streitkräfte im jugoslawischen Bürgerkrieg ein «Eroberungskrieg».

Gemäss einem Bericht von «Schweiz Aktuell» misstraut der Bildungsminister der offziellen Geschichtsschreibung ebenfalls und will von einem «Völkermord» in Srebrenica nichts wissen. So lautet sein Kommentar in einer Aufzeichung vom 10. Juni 2010: «Man spricht immer von einem Genozid; doch es waren keine Frauen und Kinder – es waren Männer, die damals massakriert wurden. Die meisten von ihnen starben in Kampfhandlungen; und das wurde dann aufgebauscht.»

Was in Srebrenica passiert sei, entspreche nicht der Wirklichkeit, zeigt sich Freysinger in dem Video überzeugt. «Das Massaker hat stattgefunden, aber nicht so, wie das dargestellt wird.» Die Geschichte werde von den Siegern bestimmt – die Serben hätten «leider verloren». Und weiter führt Freysinger aus, dass «der internationale Gerichtshof das Letzte ist».

Diese Aussagen macht der Walliser Bildungsminister, obwohl die UNO die Handlungen in Srebrenica als «Genozid» bezeichnet – dem schlimmsten Verbrechen im Völkerrecht. Angesprochen auf seine Äusserungen, lässt der Bildungsminister «Schweiz Aktuell» via SMS ausrichten, dass er keinen Kommentar abgeben will. «Ich bin kein Historiker und habe Wichtigeres zu tun».

Kritik für diese und andere Äusserungen erntet Freysinger durch eine Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich, sowie eine Direktbetroffene. Beide sind überzeugt, dass eine Leugnung des Genozids nicht korrekt ist.

Der serbische Präsident Tomislav Nikolic hat sich im April 2013 erstmals für das Massaker von Srebrenica entschuldigt. Die Entschuldigung gilt für die begangenen Verbrechen. Von Völkermord - wie es der Gerichtshof in Den Haag tut - will er aber nicht sprechen.

 

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