Staatsratswahlen | Wahlpodium mit acht Staatsratskandidaten im Zeughaus

Harter Schlagabtausch

Brisantes Duell. C-Kandidat Christophe Darbellay (links) für einmal gemeinsam an einem Tisch mit Staatsrat Oskar Freysinger: Nach einer Einführungsrunde durch SRF-Radio-Frau Silvia Graber fühlte WB-Chefredaktor Herold Bieler (Zweiter von rechts) den Polithaudegen auf den Zahn.
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Brisantes Duell. C-Kandidat Christophe Darbellay (links) für einmal gemeinsam an einem Tisch mit Staatsrat Oskar Freysinger: Nach einer Einführungsrunde durch SRF-Radio-Frau Silvia Graber fühlte WB-Chefredaktor Herold Bieler (Zweiter von rechts) den Polithaudegen auf den Zahn.
Foto: Walliser Bote

Welsches Trio. Jean-Michel Bonvin, Claude Pottier und Staatsrat Jacques Melly (von links) äusserten sich zum Walliser Tourismus.
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Welsches Trio. Jean-Michel Bonvin, Claude Pottier und Staatsrat Jacques Melly (von links) äusserten sich zum Walliser Tourismus.
Foto: Walliser Bote

Quelle: WB 15.02.17 6
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Brig-Glis. Das Wahlpodium der Staatsratskandidaten bot packende Politdebatten. Besonders angeregt kreuzten Bildungsdirektor Oskar Freysinger und Herausforderer Christophe Darbellay die Klingen.

Es war voraussehbar, dass wenn sich die beiden «Alphatiere» Christophe Darbellay und Oskar Freysinger ein erstes und gleichzeitig letztes Mal vor den Staatsratswahlen treffen, (fast) kein Stein auf dem andern bleibt. Darbellay reagierte erstmals speziell dünnhäutig, als er von Radio-Frau Silvia Graber wiederholt auf seine ausserehelichen «Aktivitäten» angesprochen wurde. «Reden wir doch bitte über Politik», befand er zerknirscht.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Darbellay als Staatsrat gerne das Bildungsdepartement übernehmen möchte und noch lieber Freysingers Arbeit kritisiert, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet: Denn für ihn ist «die Schule das A und O eines Kantons» und rund um diese ist in den vergangenen Jahren unter Kontrahent Freysinger zu vieles schiefgelaufen.

«Die Affäre Cleusix»

Er warf Freysinger die personalpolitischen Fehlentscheide an den Kopf und dessen «Skandale». Da fuhr dieser aus seiner Haut und verlangte von seinem Widersacher nach konkreten Tatsachen. Darbellay brachte die Affäre Cleusix ein, dadurch habe die Schule speziell im Unterwallis sehr viel an Vertrauen verloren. Freysinger, einmal beschwichtigt, zeigte Darbellay dann ein aktuelles ETH-Papier, das dem Kanton Wallis attestiert, ein Vorzeigekanton in Sachen Schule zu sein. Es brauche Synergien zwischen der Wirtschaft und der Bildung, um das Wallis weiterzubringen, rundete Darbellay die Debatte ab.

In einem ersten Politteil hatten zuvor bereits die drei Oberwalliser Staatsratskandidaten miteinander diskutiert. Esther Waeber-Kalbermatten (SPO) rühmte sich damit, dass sie Ruhe in das Dossier Spital gebracht habe, vieles geglückt sei und das Spital auf einer guten Basis stehe. Es gehe darum, kostengünstige Spitäler zu unterhalten, damit die Gesundheitskosten nicht weiter ansteigen.

Sigrid Fischer-Willa (SVPO) befand, dass man punkto Spitalplanung gut unterwegs sei. «Wir haben eine äusserst gute Qualität in den Spitälern. Mit dem Zusammenlegen an den Standort Brig wird die Qualität weiter zunehmen.» Und Roberto Schmidt (CSPO) sagte betreffend die zunehmenden ausserkantonalen Hospitalisierungen, dass Qualität auch heissen könne, mit anderen Spitälern zusammenzuarbeiten. Es zeige zudem die gute Vernetzung zu Bern. Es gebe viele Gründe für diese Hospitalisierungen, resümierte Waeber-Kalbermatten und liess sich von WB-Chefredaktor Herold Bieler die Aussage entlocken, dass der Spatenstich fürs Spital in Brig wohl im Mai 2019 erfolgen wird.

Jacques Melly (CVPM), Claude Pottier (FDP) und Jean-Michel Bonvin (CSP Unterwallis) debattierten dann über Lösungen für den Walliser Tourismus. Bonvin gab sich speziell locker und sorgte mit seiner ungezwungenen Art für den einen oder andern Lacher. Was die Bergbahnen betrifft, so meinte Melly, dass man nach weiteren Lösungen suchen müsse: «Es geht stets um die Frage, wie kann man neue Lösungen finanzieren?» Es brauche nicht nur die Bergbahnen, sondern auch Hotels und weitere Investitionen. Auf die mögliche Entvölkerung von Tälern angesprochen, sagte Melly: «Auch ohne ein Philosoph sein zu wollen, wollen wir das Leben bis hinauf in die Seitentäler behalten.» Bonvin befand, es brauche weitere Lösungen ausser die Investitionen in die Bergbahnen: «Wo gibt es in 20 Jahren noch Schnee?» fragte er und meinte damit, dass gewisse Bergbahnen wohl oder übel dem Tode geweiht sind. Er brachte den sanften Tourismus ins Spiel- und träumt von einer Olympiade «mit 100 Prozent erneuerbarer Energie». Pottier wiederum findet, dass es im Tourismus neue Denkansätze braucht. «Es müssen vermehrt alle Partner wie Gemeinden, Private oder Hoteliers zusammenarbeiten.» Er ist ein Befürworter von Olympia und will damit eine Vision schaffen.

Die Polithaudegen Darbellay und Freysinger werden sich bis zu den Wahlen aus dem Weg gehen. Einmal gewählt, werden sie wohl für den grösseren Unterhaltungswert im Staatsrat sorgen als die Regierung in der jetzigen Konstellation, befand WB-Chefredaktor Bieler.

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15. Februar 2017, 07:25
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Kommentare

  • lynx - vor 9 Jahre ↑1↓1

    Leider war ich nicht anwesend, doch habe vieles vom "Hörensagen" aus verschiedenen "Sichten" mitbekommen.
    Grundsätzlich frage ich mich einfach, was die Radio-Frau Graber mit ihrem Verhalten gegenüber Herrn Darbellay bezweckte ? Wir sollten doch solch "privates" von "politischem" trennen.
    Mit anderen Worten: "Jeder kehre zuerst einmal vor seiner eigenen Türe"ǃǃǃ
    Zuerst zu Freysinger: Weshalb wohl fühlt er sich durch eine fähige Person wie Darbellay so "angegriffen"?
    Weil er weiss, dass dieser gerne das Bildungsdepartement übernehmen würde. Doch er in diesem Bereich (Affäre Cleusix) sowohl im Ober- wie im Unterwallis zuviel "Geschirr" zerschlagen hat, das Neueste steht ja noch an, die "Einschulung". Kaum nach Einführung, soll dieses wieder geändert werden ???
    Hinzu kommt das Debakel im "Sicherheitsdepartement": Seine Auftritte bei AFD-Veranstaltungen in Deutschland, seine "Berater" und eine neue mit "Gondo".
    Es gibt keine "Grauzonen" im Ausländergesetzt, wenn man dieses wirklich "ernst" nimmt, es sei denn, man scheut sich vor den Konsequenzen, sprich "Fehlbeurteilungen".
    Doch wie es halt "seine Art und Weise" ist, er kann keine "Fehlentscheidungen" eingestehen und versucht, sich darum "herumzuwinden"
    Weshalb hat er wohl auf seine "Wahlliste" eine Frau (Sigrid Fischer-Willa – Oberwallis) und einen CV-Sprengkandidaten (Voide – Unterwallis) genommen:
    Das ist reine Wahltaktik. Er will damit den anderen Regierungsratskandidaten, Esther Waeber-Kalbermatten (Frauenstimmen) und Darbelley (CV-Stimmen) "Listenstimmen" abjagen, welche vielleicht ausschlaggebend werden könnten für seine eigene Wiederwahl (oder will er uns etwa damit für "Dumm" verkaufen?).
    Schmidt: erfülle zuerst einmal deine Pflichten und Aufgaben in deinen "Ämtern" (Nationalrat, Gemeindepräsident) und bewähre dich, bevor zu "Höherem" greifst.
    Melly: Ihm würde ich es gönnen, dass er trotz den Problemen mit dem A9-Ausbau und dem "Wolf" seine Arbeit zu Ende führen könnte.

    antworten

  • Dr. Tifig Sepp - vor 9 Jahre ↑12↓0

    Ich war bei der Wahlveranstaltung und kann sagen, dass alle Kandidaten sich gut präsentierten. Die Meinungen sind wohl auch ohne solche Wahlpodien gemacht und eine Frage ist und bleibt spannend: Wer von den 4 Kandidaten aus der C-Familie holt wohl die 2 erreichbaren Sitze ? Darbellay, Melly, Schmidt oder Voide ? Eines ist sicher: Die C-Parteien werden dieses Jahr mit einem Wähleranteil von weniger als 40% keinesfalls 3 Sitze halten können.

    antworten

  • Walliser - vor 9 Jahre ↑16↓2

    Darbellay hat seine Rechnung gemacht und macht sich grosse Sorgen.

    Das Lager um Staatsrat Tornay wird dem Mister Darbellay die Quittung präsentieren. Diese äusserst unfaire Art wie Darbellay seinen "CVP Freund" weggeputzt hat wird sich rächen.
    Die Konservativen stehen für Werte wie Familie und Glauben, diese recht grosse Fraktion hat sich ihre Meinung gemacht, da kann Saubermann Darbellay in den letzten Tagen vor der Wahl strampeln wie er will, auch hier gibt es eine verdiente Klatsche.
    Den Oberwalliser ist der ehemalige Präsident der CVP wenig sympathisch. Sein Auftreten wirkt arrogant und Herr Darbellay liegt falsch, wenn er glaubt das Wallis hätte sehnlichst auf ihn gewartet.
    Am Sonntag wir mehr, und Mister Saubermann hat dann auch Klarheit.

    antworten

  • Erwin - vor 9 Jahre ↑9↓28

    Darbellay und Schmidt täten als Staatsräte dem Wallis gut. Beide sind auf Schweizer Ebene gut vernetzt. Wallis ist auf diese Kontakte angewiesen.

    antworten

    • salap - vor 9 Jahre ↑20↓2

      ja gut vernetzt - aber beide zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie sich hauptsächlich für ihre eigenen Interessen einsetzen...

  • G. Bregy - vor 9 Jahre ↑10↓33

    Darbellay heisst der Sieger des Podiums. Er geht gestärkt aus der Debatte und wird die Wahl zum Staatsrat sicher schaffen.

    antworten

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