Savro-Affäre

Hauptperson der Walliser Savro-Affäre, André Filippini, gestorben

André Filippini
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André Filippini
Foto: Homepage FC Sion

Quelle: 1815.ch 0

Der Hauptakteur der Savro-Affäre, André Filippini, ist am Montag 90-jährig gestorben. Die Affäre erschütterte 1977 das Walliser Politestablishment. Filippini war aber auch Präsident des FC Sitten und olympischer Bob-Bronzemedaillengewinner.

Der Bauunternehmer war in den 1970er-Jahren eine der einflussreichsten Walliser Persönlichkeiten. Doch mit dem Ruhm war es 1977 vorbei: Im Amt für Strassenunterhalt waren Unregelmässigkeiten entdeckt worden, «eigenartige Geschäftsbeziehungen» mit dem Bauunternehmen Savro SA von Filippini.

Die Affäre, die weite Kreise zog, trieb teils seltsame Blüten. So verbrannten vier Savro-Angestellte 1820 Kilogramm Buchungsunterlagen. Insgesamt wurden 13 Personen verhaftet. Zu den prominentesten Verhafteten gehörten Patron André Filippini, Jean Vernay, Dienstchef des Amtes für Strassenunterhalt, und Maurice Pasquinoli, Chef der Walliser Verkehrspolizei.

Diese drei zentralen Figuren wurden wegen aktiver und passiver Bestechung, Betrugs, ungetreuer Geschäftsführung und Urkundenfälschung zu je acht Jahren Gefängnis sowie zu je 40 000 Franken Busse verurteilt.

Die beiden Chefbeamten und André Filippini hatten nicht nur den Kanton Wallis, sondern auch die Stadt Sitten und andere Geschäftspartner bei praktisch jeder sich bietenden Gelegenheit übers Ohr gehauen: So wurden Rechnungen gefälscht oder zweimal bezahlt, überrissene Preise vereinbart oder undurchsichtige Landverkäufe getätigt. In einer 2005 erschienenen Biografie erklärte Filippini, dass er damit die 700 Arbeitsplätze seiner Firma erhalten wollte.

Der aufgedeckte finanzielle Schaden der Savro-Affäre betrug etwas mehr als 2 Millionen Franken. Der ganze Wirbel, den die Savro-Affäre auslöste, drehte sich denn auch weniger um die Höhe der ertrogenen Geldsummen, als um den Polit- und Verwaltungsfilz, der solche «Geschäftchen» erst möglich machte. Die CVP, die seit mehr als 100 Jahren im Wallis das gute und das schlechte Wetter machte, musste sich harsche Kritik von FDP und SP sowie aus den eigenen Reihen gefallen lassen.

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