Musik | Zermatter «Vibez» spielen in diesem Jahr in Gampel

«Musik machen, um frei zu sein»

Funky und kritisch. Die Band, von links: Lukas Julen, Martin Kronig, Magalie Schaller und Samuel
Truffer.
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Funky und kritisch. Die Band, von links: Lukas Julen, Martin Kronig, Magalie Schaller und Samuel Truffer.
Foto: zvg

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Zermatt. Funk aus Zermatt? Die Band «Vibez» macht genau das. Mit ihrer neuen EP «Blood In My Veins» findet die Band ihren Stil, sagt der Oberflächlichkeit den Kampf an und fordert mehr Echtheit.

Hennustall, T-Bar und Papperla Pub–dort lernten die vier Zermatter vor Publikum aufzutreten und mit ihm zu interagieren. Seit mehr als zehn Jahren machen Magalie Schaller, Lukas Julen, Samuel Truffer und Martin Kronig zusammen Musik. Begonnen hat alles mit dem Bandnamen «Dizplay» und vielen Coversongs.

Mittlerweile heissen die vier Zermatter «Vibez», machen ihre eigenen Songs und haben ihren eigenen Stil gefunden. Und schon Mitte August dürfen sie auf der Bühne des Open Air Gampel stehen. Als Band aus dem Wallis ist es eine schöne Reise an das hiesige Open Air. «Vibez» freut sich darauf: «Es ist eine tolle Sache, als Walliser in Gampel spielen zu dürfen», sagt Magalie Schaller. In diesem Jahr prangen gleich die Namen von zwei Zermatter Bands auf dem Festivalplakat des Walliser Open Air. Denn auch die Folk-Pop-Band «Wintershome» darf die Bühne in Gampel bespielen.

Auf der Suche nach dem eigenen Stil

Vor Kurzem ist die erste EP von «Vibez» namens «Blood In My Veins» erschienen. Darauf hört man eine Menge Funk und Rock und spürt eine grosse Ladung Energie. Das liegt auch daran, dass Magalie Schaller nicht nur singt, sondern auch rappt. «Wir hören selber auch viel Musik mit Rap-Passagen, so etwa von ‹Rage Against The Machine›. Und das, was uns gefällt, wollen wir auch in unsere eigene Musik einbinden», sagt Schaller dazu. Begleitet wird sie von Martin Kronig am Schlagzeug, Lukas Julen an der Gitarre und Samuel Truffer an der Bassgitarre. Die einzelnen Songs entstehen meist in einem gemeinsamen Prozess. Jemand habe eine Idee, spiele etwas und schon bald entstehe daraus eine neue Komposition.

Diesen ganz eigenen Musikstil musste die Band zuerst für sich selbst finden. «Wir haben uns in den letzten Jahren musikalisch sehr stark weiterentwickelt. Diese Zeit haben wir auch gebraucht», sagt Schaller. Mit dem Resultat auf ihrer neuen EP sind sie sehr zufrieden.

«Die Geschichten, die wir erzählen, sind echt. Echter als die meisten Nasen in Hollywood»
Magalie Schaller Sängerin von «Vibez»

Kritik an der Oberflächlichkeit

Obwohl die Musik der Zermatter Band vor Optimismusstrotzt, schlagen sie in ihren Texten eher kritische Töne an. Der Sängerin Schaller ist das sehr wichtig, sie will vermitteln. Häufig wollen die Texte dazu animieren, um aus den normalen Rollen auszubrechen und Courage zu haben, sich aus gewohnten Mustern zu befreien.

So etwa im Titelsong der EP. «In dem Song geht es darum, dass immer die Frauen warten müssen, bis ein Typ auf sie zukommt. Ich will das umdrehen», sagt Schaller und fügt an: «Warum kann nicht ich als Frau den ersten Schritt wagen?» Schaller hinterfragt aber nicht nur die gängigen Rollen von Frau und Mann, sondern auch die Oberflächlichkeit in unserer Zeit. Etwa in den sozialen Medien, die so sozial gar nicht sind. «Wir finden es schade, dass viele Leute den Moment nur geniessen können, wenn sie davon ein Bild machen und es dann im Internet posten», sagt Schaller. Dadurch verpasse man die Momente, die im Leben eigentlich zählen. Das spüre und sehe man nicht nur mit den vielen Touristen in Zermatt, sondern auch in der Mode: «Die Modeindustrie gibt uns vor, wie wir aussehen sollen, wenn wir schön sein wollen. Wer aber sagt uns, was schön ist?»

Zeit in Dinge investieren, die man gerne tut

Diese Punkte soll das Publikum in ihrer Musik erfahren können: «Die Geschichten, die wir erzählen, sind echt. Echter als die meisten Nasen in Hollywood», sagt Schaller.

Am besten spüre man diese Energie, wenn man die Zermatter Musiker live erlebt: «Man muss uns live sehen, um uns als Band zu verstehen», sagt die Sängerin. «Wenn wir Musik machen, entsteht ein Moment, in dem wir frei sein können. Wir haben miteinander Spass und fühlen uns gut.» Und das will die Band auch auf ihr Publikum übertragen. «Man sollte mehr Zeit in Dinge investieren, die man gerne tut.»

Auch wenn «Vibez» jetzt auch in anderen Kantonen unterwegs sein wird. Als Inspiration wird das Dorf am Matterhorn weiterhin eine wichtige Rolle spielen: «Es entsteht immer ein spezielles Gefühl, wenn wir in Zermatt proben. Der Ort hat uns sehr geprägt und uns zu vielem inspiriert.»

Mathias Gottet

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