Wildtiere | Um Störungen zu verhindern, soll Standort möglichst geheim bleiben

Schneeweisses Gamskitz im Oberwallis entdeckt

Silberweiss. Vor etwa zwei Wochen ist das seltene Kitz zusammen mit der Mutter, deren Fell eine normale Zeichnung aufweist, in eine Fotofalle ­getappt.
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Silberweiss. Vor etwa zwei Wochen ist das seltene Kitz zusammen mit der Mutter, deren Fell eine normale Zeichnung aufweist, in eine Fotofalle ­getappt.
Foto: DJFW

Silberweiss. Vor etwa zwei Wochen ist das seltene Kitz zusammen mit der Mutter, deren Fell eine normale Zeichnung aufweist, in eine Fotofalle ­getappt.
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Silberweiss. Vor etwa zwei Wochen ist das seltene Kitz zusammen mit der Mutter, deren Fell eine normale Zeichnung aufweist, in eine Fotofalle ­getappt.
Foto: DJFW

Quelle: 1815.ch /pan 0

Oberwallis | Irgendwo in den Oberwalliser Bergen wurde im vergangenen Sommer ein Gamskitz gesichtet, dessen Fellkleid komplett weiss gefärbt ist.

Wo sich das Habitat des äusserst seltenen Tieres genau befindet, will die kantonale Dienststelle für Jagd Fischerei und Wildtiere (DJFW) nicht preisgeben. Zu gross die Gefahr, dass die schlohweisse Gämse eine Touristenhatz auslöst, sodass deren Lebensweise und jene ihres Rudels empfindlich gestört würde.

Ein Blickfang

Gemäss Angaben des für die Region zuständigen Wildhüters ist das Kitz mit der ungewöhnlichen Fellfarbe im Juni des vergangenen Jahres gesetzt worden. Nur kurze Zeit später wurden sowohl die Wildhut als auch einige Waidmänner auf die Gämse aufmerksam.

«Schon von weit her fiel das junge Wildtier aufgrund der fehlenden Tarnfarbe auf», so der örtliche Wildhüter, der die Albino-Gämse fortan beobachtet. Sich nur zu gut an jenes Schicksal erinnernd, welches eine weisse Gämsgeiss im Termerwald vor sieben Jahren ereilte. Trotz des wiederholten Aufrufs der verantwortlichen Wildhut an die Jägerschaft, man möge das Wildtier aufgrund seines Seltenheitswerts verschonen, wurde es während der Hochjagd 2012 von einem Waidmann erlegt, nachdem sich die Gämse mehr als vier Jahre unbehelligt im Gebiet bewegen konnte. «Der Abschuss war zwar rechtens, jedoch sehr schade», bedauert der Wildhüter.

Laune der Natur

Dieses Los soll der nun etwa sieben Monate alten Artgenossin, die gemäss Wildhüter in einem Banngebiet lebt, nicht widerfahren. Weiter gibt der Wildhüter an, dass sich die weisse Seltenheit während den Sommer- und Herbstmonaten im Verbund mit vier bis fünf weiteren Jungtieren bestens entwickelt habe.

«Das Kitz ist wahrscheinlich weiblich, es ist kräftig und gesund, weist keine Mangelerscheinungen auf.» Die Mutter des edlen Tiers sei normal gefärbt, eine mittelalte Geiss. «Und trotz seines andersfarbigen Fells», zeigen die Beobachtungen des Wildhüters, «wird das Kitz von seinen Artgenossen akzeptiert. Bei den üblichen Rangeleien unter den Jungtieren und auch innerhalb des Rudels konnte ich bisher keine Auffälligkeiten feststellen. Die Gruppe gewöhnt sich an die Andersartigkeit.»

Appell an Jägersmannen

Im vergangenen Spätherbst hat sich das Rudel rund um das weisse Gamskitz in den Wintereinstand verschoben, wo die Tiere geschützt ruhen können. «Zu hoffen ist, dass die Gämse die Wintermonate gut übersteht.» Der unwirtlichen Jahreszeit fallen nämlich regelmässig nicht wenige Wildtiere zum Opfer. «Im Winter ist die Sterblichkeitsrate bei Gämskitzen sehr hoch», weiss der Wildhüter, der jedoch aufatmen kann.

Denn vor rund zwei Wochen wurde die silberweisse Gämse von einer Fotofalle «eingefangen», welche zum Zweck des Wolfs-Monitorings von der DJFW in der Region installiert wurde. «Tolle Bilder eines wunderschönen Tieres», schwärmt der Wilhüter, der sich gleichzeitig mit der inständigen Bitte, die Gämse während der Jagd nicht zur Strecke zu bringen, an die Jägergilde wendet: «Es sollen sich doch alle an diesem aussergewöhnlichen Wildtier erfreuen können.»

Legende um weisse Gämse

Eine weisse Gämse zu schiessen, bringe angeblich Unglück, so eine Legende, die sich um die edlen Tiere rankt. Wer eine weisse Gämse schiesse, der sterbe innerhalb des nächsten Jahres. Wie etwa der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der im Juni 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs einem Attentat zum Opfer fiel, nachdem er
zehn Monate zuvor trotz Warnung eine Albino-Gämse
geschossen hatte.

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