Detailhandel | In vielen Supermärkten liegen die Osterhasen wie Blei in den Regalen

Harzendes Ostergeschäft

Osterfrust. Das Coronavirus vermiest den Detailhändlern das Osterferst. Fast durchs Band beklagen sie Umsatzeinbrüche bei der Osterschokolade.
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Osterfrust. Das Coronavirus vermiest den Detailhändlern das Osterferst. Fast durchs Band beklagen sie Umsatzeinbrüche bei der Osterschokolade.
Foto: KEYSTONE

Quelle: 1815.ch /mk 0

Oberwallis | Die Corona-Krise verändert das Einkaufsverhalten der Konsumenten. Auf die anfänglichen Hamsterkäufe folgt eine Osterflaute.

Das Ostersortiment liegt offensichtlich wie Blei in den Regalen. Dieser Eindruck täuscht nicht, wie Migros-Mediensprecher Marcel Schlatter auf Anfrage bestätigt: «Der Verkauf von Osterprodukten liegt deutlich unter dem Vorjahrswert. Wir stellen fest, dass sich bei den Kunden aktuell der Fokus beim Einkauf etwas verschoben hat und das Ostersortiment momentan verhältnismässig weniger Nachfrage verzeichnet.»

Auch andere Detailhändler wie Aldi, Lidl oder Denner verkaufen dieses Jahr angeblich weniger Osterhasen als üblich, wie entsprechenden Medienberichten zu entnehmen ist. Einzig Coop klagt nicht über spezifische Umsatz-Einbrüche, hält aber fest: «Aufgrund der Massnahmen des BAG haben wir zurzeit eine tiefere Kundenfrequenz in unseren Supermärkten, was sich auch auf die Nachfrage nach Osterschokolade auswirkt.»

Was geschieht mit unverkaufter Ware?

Stellt sich die Frage, was mit den ganzen Osterhasen passiert, die keinen Absatz finden. Werden die dann verschenkt oder vernichtet? Schlatter: «Nach Ostern gewähren wir – wie üblich – grosszügige Rabatte auf die Osterhasen, sodass erfahrungsgemäss praktisch das gesamte Osterhasen-Sortiment abverkauft wird.» Auch Coop bietet Produkte, bei denen die Verkaufsfrist abläuft, zum reduzierten Preis an. Und geht dann allenfalls noch einen Schritt weiter, wie Fabia Langendorf von der Coop-Medienstelle festhält: «In einem zweiten Schritt spenden wir Lebensmittel, die qualitativ einwandfrei sind, jedoch nicht mehr verkauft werden können, an Tischlein deck dich und Schweizer Tafel.» Coop sei die grösste Spenderin von Lebensmitteln an die beiden Organisationen.

Situation mit leeren Regalen beruhigt sich

Viele Grundnahrungsmittel stehen indessen nach wie vor hoch im Kurs. Manche Artikel wie beispielsweise Backzutaten, Konserven oder Reinigungsprodukte sind zwischenzeitlich schwer zu bekommen. Gehen die Hamsterkäufe auf hohem Niveau weiter? Oder beruhigt sich inzwischen die Situation mit den zeitweise leeren Regalen? Migros stellt seit mehreren Wochen eine erhöhte Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs fest. «Zuoberst auf dem Einkaufszettel stehen Körperhygiene, Waschen/Papier/Reinigen, Beilagen, Konserven, Mehl und Zucker», so Schlatter. In den Filialen scheine sich die Situation mit den leeren Regalen jedoch langsam aber sicher zu beruhigen.

Auch Coop spürte im vergangenen Monat eine erhöhte Nachfrage nach bestimmen Produkten wie beispielsweise nach länger haltbaren Lebensmitteln. «Mittlerweile hat sich die Nachfrage nach allen Produkten des täglichen Bedarfs auf einem hohen Niveau eingependelt», so Langendorf. Man habe entsprechende Massnahmen getroffen, um die Versorgung auch längerfristig sicherzustellen.

Bekanntlich haben die Detailhändler in den Verteilzentren und im Transport ihre personellen Kapazitäten erhöht, um dem zwischenzeitlich erhöhten Warenfluss Rechnung zu tragen. Was natürlich von vielen Mitarbeitenden einen Sondereffort abverlangt.

Kunden um frühzeitige Ostereinkäufe gebeten

Erfahrungsgemäss zieht das Ostergeschäft am Wochenende vor dem Feiertag nochmals an. Deshalb haben die Grossverteiler ihre Kunden über Social Media gebeten, ihre Ostereinkäufe frühzeitig zu erledigen. Nebst den längeren Wartezeiten geht es dabei vor allem darum, Menschenansammlungen zu vermeiden.

Grundsätzlich hat sich das Tröpfchensystem bewährt. Bei den Zulassungsbeschränkungen orientieren sich die Detailhändler nach wie vor an den Vorgaben des Bundes, der einen Richtwert von einer Person pro 10 Quadratmetern angeordnet hat. «Dieses System hat sich mittlerweile eingespielt und wird von der Kundschaft gut akzeptiert», so Schlatter. Corona gehe alle an und so appelliere man an die Solidarität der Kundschaft, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Coop stellt derweil nur noch vereinzelt längere Wartezeiten fest. Über die Osterfeiertage sei es aber möglich, dass es zwischenzeitlich zu Wartezeiten komme.

Martin Kalbermatten

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