Pfarrhaus Randa | Beschwerdenführer verärgert
«Sanfte Renovierung wäre möglich»
Leerstehend. Das vor gut 50 Jahren umgebaute Pfarrhaus von Randa wird schon länger nicht mehr von einem Pfarrer bewohnt.
Foto: ZVG
Am 14. Juni stimmen die Stimmbürger von Randa über das weitere Vorgehen beim Pfarrhaus ab. Dass der Gemeinderat der Bevölkerung nur die Wahl «Abriss» oder «Komplettsanierung» lässt, ärgert Beschwerdenführer Ferdinand Brantschen. Er fordert eine «sanfte Renovierung».
«Die Randäer sind ungenügend informiert», ist Ferdinand Brantschen überzeugt. Er reichte damals Beschwerde gegen die Abstimmung vom 28. September 2014 ein, an der sich eine knappe Mehrheit für den Abriss entschieden hatte. Der Walliser Staatsrat erklärte seine Beschwerde damals für gültig, weil gleichzeitig zum Abrissentscheid, Varianten zur Auswahl gestellt wurden, was bei einer kommunalen Abstimmung nicht rechtens ist.
Dass die Bevölkerung von Randa im Juni 2015 zu entscheiden hat, ob das Pfarrhaus für 715 000 Franken renoviert wird oder für 615 000 Franken weichen muss, stösst bei Brantschen auf Unverständnis, da es seiner Meinung nach eine dritte Lösung gibt, die jedoch von der Gemeinde nie öffentlich vorgestellt worden sei, wie er gegenüber 1815.ch betont.
«Eine sanfte Renovierung wurde in keinem Fall von der Gemeinde Randa in Erwägung gezogen, obwohl diese bei entsprechenden Einsparungen in der Offerte lediglich 500 000 Franken kosten würde.» Diese Variante präsentierte Brantschen bereits bei einer Urversammlung zu diesem Thema – doch Gehör fand er nicht, wie er bedauert.
«Eigentlich würde beispielsweise eine Auffrischung der Fassade ausreichen; eine Dämmung ist meiner Meinung nach nicht notwendig. In der aktuellen Offerte würde eine umfassende Renovierung der Fassade, welche unter anderem Dämmungen und neue Fenster beinhalten, bereits 320 000 Franken verschlingen. Mein Vorschlag für die Fassade würde lediglich 20 000 Franken kosten.»
Brantschens weitere Vorschläge wären, lediglich den Dachboden sanieren zu lassen, drei Wohneinheiten zu schaffen sowie ein Vereinslokal und ein öffentliches WC einrichten zu lassen als auch den Dachboden zu isolieren. Da die Wahlkuverts bereits verschickt worden sind, gibt es laut Brantschen im Nachhinein kaum mehr Chancen, den Stimmberechtigen sämtliche Informationen zukommen zu lassen. «Leider wurde die Bevölkerung nicht komplett informiert, der Gemeinderat präsentierte nicht alle Informationen. Er suggeriert eigentlich, dass der Abriss letzten Endes billiger zu stehen kommt.»
Falls die Randäer am 14. Juni den Abriss des Pfarrhauses ablehnen sollten, muss die Gemeinde als Wohnungsvermieterin auftreten, da man in Randa kaum davon ausgeht, dass in absehbarer Zeit je ein Pfarrherr wieder Einsitz nehmen könnte. Bei einem Abriss hingegen, kann die Bevölkerung zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob das Vereinslokal unterirdisch gebaut werden soll. Die Gemeinde befürwortet generell einen Abriss, unter anderem, weil das Pfarrhaus die freie Sicht «auf die angrenzenden schönen Walliser Häuser» nimmt.
rul








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Kommentare
Besserwisser - ↑5↓2
Wieder einer, der alles besser wissen will als alle anderen....
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Altpräsident - ↑4↓1
Und erst noch einer, der es besser wissen sollte.