Grossraubtiere | Vorläufige Schadensbilanz des Jahres 2015

Wölfe rissen im Wallis 158 Schafe und Ziegen

Beutegreifer. Neben Hirschen, Rehen und Gämsen greift sich der Wolf bei günstiger Gelegenheit auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen.
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Beutegreifer. Neben Hirschen, Rehen und Gämsen greift sich der Wolf bei günstiger Gelegenheit auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen.
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch 16

Bund und Kanton entschädigen Walliser Schafzüchter im Jahr 2015 mit 59’778 Franken für vom Wolf getötete Nutztiere. 158 Risse gehen im laufenden Jahr nachweislich auf das Konto von zwei Wölfinnen und zwei Wölfen.

«Im Oberwallis verloren die Schäfer zwischen Mai und September 2015 insgesamt 57 Schafe an den Wolf. Betroffen waren ausschliesslich Sömmerungsgebiete auf der Moosalpe, im Ginals und im Turtmanntal», nennt Peter Scheibler, Chef der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, die Risszahlen.

«Im Mittelwallis mussten Schäfer im Val d’Anniviers, im Val de Réchy und im Val d’Hérens den Verlust von 95 Schafen und zwei Ziegen hinnehmen. 40 davon in Frühjahrs- und Herbstweiden im Val d’Hérens. Lediglich vier Tiere riss der Wolf im Unterwallis, wo schon im Frühjahr im Val d’Illiez ein Übergriff auf eine Herde verzeichnet wurde.»

Entschädigung auch ohne Prävention

Insgesamt wurden an die Walliser Schafzüchter auf der Grundlage einschlägiger Zuchttabellen in 158 Fällen 59'778 Franken ausbezahlt. 80 Prozent davon übernimmt der Bund, die restlichen 20 Prozent bezahlt der Kanton Wallis. «Entschädigt werden nur Schafe, welche von der Wildhut nach Angriffen kontrolliert wurden. Von Schäfern als vermisst angegebene Tiere werden ohne Nachweis nicht entschädigt. Das ist in der Gesetzgebung vorgegeben.»

Im Gegensatz zum Kanton Graubünden, der Entschädigungen auf Beschluss der Bündner Regierung nur dann ausrichtet, wenn Schafe in geschützten Herden, sofern Schutz möglich ist, gerissen werden, berücksichtigt der Kanton Wallis die Art der Haltung bei der Entschädigung nicht.

Zwei Angriffe in Herbstweiden

Letztmals griffen Wölfe im Wallis am 7. Oktober eine Schafherde im Val d’Hérens in einer Herbstweide an. «Zehn Tiere tötete der Wolf bei einem oder mehreren Angriffen auf diese Herde», so Scheibler. Welcher Wolf dahintersteckt, werden DNA-Analysen zutage bringen.

Im Oberwallis wurde am Dienstag dieser Woche bei Ergisch ein Schaf ebenfalls in einer Herbstweide von einem Wolf getötet. In der Region ist kürzlich die Präsenz eines Wolfes nachgewiesen worden. «Anhand einer Kotprobe konnte bei Bürchen die breits bekannte Wölfin F14 festgestellt werden.» Sie ist erstmals im Spätsommer 2014 im Oberwallis bei Unterbäch aufgetaucht.

Zwei neue Wölfe nachgewiesen

Wie jetzt vorliegende DNA-Analysen belegen, hat im Sommer neben dem bekannten Augstbord-Wolf M46 ein neuer männlicher Wolf mit der Bezeichnung M59 die Südtäler des Wallis durchstreift. «Dieser Wolf wurde erstmals in der Schweiz genetisch nachgewiesen. Er konnte sowohl an Rissen auf der Moosalpe wie im Val de Réchy festgestellt werden.»

Gleichzeitig konnte an Rissen im Val de Réchy neben der Wölfin F14 eine neue, bisher unbekannte Wölfin mit der Bezeichnung F16 anhand von DNA-Analysen genetisch bestimmt werden. Ob sich alle vier Wölfe derzeit noch im Wallis aufhalten, ist schwer abzuschätzen. Wölfe legen bekanntlich enorme Distanzen zurück und wechseln als Einzelgänger oftmals ihre Streifgebiete.

zen

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Kommentare

  • lynx - 1114

    Hallo Frank, ich habe doch letzthin die Subventionszahlen auf den Tisch gelegt. Falls du die Diskussion verfolgt hast, so weisst du sicher noch, wie mit den im Frühjahr bestellten Ohrmarken für Schafe umgegangen wird und wie dementsprechend auch mit Verlusten von Schafen. Doch wehe....da ruft man aus. Weshalb wohl, viele Schäfer sind auch Jäger - Futterneid, wie immer.

  • Frank - 1615

    Bleiben wir bei den Fakten. 2% der Schafe kehren nicht mehr von der Alpe zurück. Bei 100'000 Schafen sind das ca. 2000 Tiere. 158 hat der Wolf gefressen, die restlichen 1842 sind durch Abstürze, Vernachlässigung und Krankheiten gestorben. Aber von diesen hört man komischer weise nie etwas. Das sagt alles über die Schäfer aus, es geht nur ums Geld. So wenig Zeit, Geld und Aufwand wie möglich investieren und dafür gross Subventionen abkassieren.

  • christian - 1819

    seit 20 jahren das selbe leidige thema und nicht einen einzigen schritt weiter, bis auf ganz seltene ausnahmen... das kann doch nicht sein das so viel zeit, geld und energie wegen dieser 150-200 schafen pro jahr vergeudet wird. es ist realität. wenn die gefressenen schafenicht mehr bezahlt werden, wie die anderen die den sommer nicht überleben kann ich mir vorstellen, dass der herdenschutz ganz schnell funktioniert.
    das mit der schafliebe ist eh so eine sache die hört vielfach ja mit 65 auf, das ist natürlich ein zufall das die subventionen auch dann aufhören...;)

    • Evi - 1413

      Der Herdenschutz wird sehr schnell funktionieren, wenn denjenigen die Gelder entzogen werden die sich zu schade sind und nach einem strengen Arbeitstag in der LONZA nicht mehr in der Lage sind zu ihren Tieren zu schauen.
      Andere Variante: Ein Hobby zu suchen wo es ein wenig bequemer zu und hergeht wie die Sportschau bei der ARD zu schauen. Oder sich mal mit der eigenen Frau beschäftigen.

  • ruth - 1630

    @realischt: weg mit den Schafen... aber ein bisschen zackig bitte. Dann werden sie wenigstens nicht mehr von euch Besitzern durch alleinüberlassen gefoltert. Es lebe der Wolf.

  • Schaf - 2519

    Der Schweiz geht es richtig gut,dass sie für einen Wolf so viel Geld ausgeben!Darum ist es richtig dass es Subventionen gibt!!

    • Rosy Zeiter - 179

      Subventionen ja, aber nur wenn Prävention geleistet wurde

  • Schaf - 3521

    Eine Kugel wäre billiger!!!

    • wolfsfreund - 27

      Für wenn ?

  • petschi - 3848

    Bitte hört doch endlich mit diesen Wolfsgeschichten auf! Der Wolf ist nun mal im Wallis und wird immer wieder zurück-kommen.Auch eine Einwanderungskontrolle an der Grenze wird nichts nützen,und Schlepper braucht es auch keine.Noch etwas.Die meisten Schäfer sind ja sowieso nur Subventionsbezüger.

  • Frank - 3741

    Wieviele Schafe sind durch Abstürze, Krankheiten und Vernachlässigung gestorben? Hat da jemand Zahlen?

    • wolfsfreund - 33

      Ca 2% der über 200 000 Schafe die Jährlich gesömmert werden kommen um !!!

    • melanie - 117

      ich bin auch für kurz und schmerzlos päng

    • lynx - 68

      Frank, es liegt an den Alpbesitzern, wie sie mit den "Fallzahlen" umgehen und genau "buchhalten". Doch eine Meldepflicht liegt nicht vor.
      Der Umgang Alpbesitzer/Tierhalter mit der jeweiligen Versicherung ist massgebend, doch diese Zahlen müssen nicht gemeldet werden. Der Prozentsatz (2%) beruht auf Untersuchungen in der ganzen Schweiz, auf Alpen in allen Höhen- und Steillagen und zusätzlich auf Rückmeldungen von Versicherungen.
      Es konnte sogar nachgewiesen werden, dass Tiere auf Alpen geschlachtet und abtransportiert wurden, für uns "haarsträubend".

    • lynx - 75

      Lieber Frank, soll ich auch noch die Alpbewirtschaftungssubventionen auf den Tisch legen? Denn nicht nur die einzelnen Schafhalter erhalten Subventionen, sondern auch die Alpbesitzer/Alpgenossenschaften. Es liegt auch in ihrem Interesse, dass sie genügend Tiere auf der jeweiligen Alp sömmern können, denn nur so erhalten auch sie diese Subventionszahlungen.
      So, nun liegt es wirklich an beiden Parteien Alpbesitzern/Tierhaltern gemeinsam für einen korrekten Herdenschutz zu sorgen ( Unterstützung/Subventionen erhalten sie in allen Bereichen genügend, falls es wirklich erwünscht ist. Bewiesen hat es ja die Alpe im Turtmanntal).

    • realischt - 2022

      Komisch , die gleiche Leier wie unser Staatsangestellter lynx immer wieder herunterleiert! eine Kugel oder" Biscuit" für unseren Freund sind tatsächlich billiger.

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